Fünftes Kapitel: Symbolik derSprache. Akustische und formale Elemente. 487
so wenden: Worte sind „Symbole“. Die Tatsache der Sprach-symbolik ist die Tatsache jener — positiven oder negativen
— Einfühlung. Sie wird zur ästhetischen Symbolik, wenn dieWorte Gegenstand sind der „reinen ästhetischen Betrachtung“.
— Davon später.
Elemente der Sprachsymbolik.
An das oben Gesagte wird nachher anzuknüpfen sein.Zunächst verlassen wir diesen Punkt.
Die Elemente der Sprachsymbolik, so wurde schon gesagtsind mannigfach. Jetzt müssen wir sie unterscheiden.
Nach zwei Gesichtspunkten aber können dieselben unter-schieden werden. Wir können erstlich fragen: Was an derSprache ist möglicher Träger einer Symbolik? Und zumzweiten: Welchen Inhalt kann die Sprachsymbolik haben? Dererstere dieser Gesichtspunkte soll im folgenden die Einteilungzunächst bestimmen. Der zweite wird aber, in der näheren Aus-führung, mit zu seinem Rechte kommen. Wir unterscheidenalso in der Sprache zunächst die Elemente, vermöge derensie symbolisch sein kann.
Die Sprache, besser gesagt, das Ganze aus Worten, dieRede oder Dichtung, ist symbolisch schon als blofser Laut-komplex oder blofse Verbindung von Lautkomplexen, abgesehenvon allem „Sinn“. Die Elemente dieser Symbolik können wirkurz als akustische bezeichnen. Wir könnten sie auch, weilsie der Sprache entweder mit der Musik gemein sind, oder inder Musik ihr Analogon haben, die musikalischen Elemente derSprachsymbolik nennen. Das Sprachkunstwerk ist, soweit dieseSymbolik ihm Leben einhaucht und Schönheit verleiht, Klang-kunstwerk.
Diesen akustischen Elementen stehen gegenüber die Ele-mente des „Sinnes“. Die Rede oder Dichtung macht von einer *Sache Mitteilung. Sie konstatiert, berichtet, beschreibt, erzählt,belehrt.
Hier aber kann wiederum die doppelte Frage gestellt werden.Einmal: — Wie tut dies die Rede oder Dichtung? Welches