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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Fünftes Kapitel: Symbolik der Sprache. Akustische und formale Elemente. 485

Bewufstsein, dafs das Wort das innerliche Erfassen eines Gegen-standesmeint, d. h., dafs im Aussprechen desselben die Ten-denz oder Nötigung liegt, diesen Gegenstand innerlich zu er-fassen.

Gehen wir nun hier gleich einen Schritt weiter. Das Kindüberzeugt sich von einem Sachverhalt, d. h. es fällt ein Urteil.Zugleich hört es einen Satz. Hier vereinigt sich das Strebender Verlautbarung des inneren Erlebnisses, Urteil genannt, mitdem Streben, den Satz nachzusprechen, zu dem einen Strebender Verlautbarung des Urteils in dem Satze; oder wiederumrichtiger gesagt, es bekommt jenes Streben in diesem seinenbestimmten Inhalt. Damit ist der Satz zu dem diesem Urteilzugehörigen Ausdruck, oder zurAussage geworden, und derSatz hat in diesem Urteil seinen zu ihm gehörigenSinn ge-wonnen.

Sprachverständnis als Einfühlung.

Dies verfolge ich nicht weiter. Das Gesagte genügt zurErkenntnis dessen, worauf es hier ankommt. Und das ist dies,dafs sich in der Erlernung der Sprache an die Wahrnehmungeines Wortes oder Satzes unmittelbar die tatsächliche innereErfassung des Gegenstandes, meine Wahrnehmung oder Vor-stellung desselben, bezw. mein tatsächliches Urteil bindet,nicht etwa die blofse Vorstellung, daTs der Gegenstand erfafst,bezw. dafs das Urteil gefällt werde. Das Wort oder der Satz,und meine tatsächliche Erfassung des Gegenstandes, bezw. meinreales Urteilen, werden zu einem einzigen, einheitlichen Erlebnis.

Demgemäfs liegt in der Folge für mich jederzeit in gehörtenWorten unmittelbar die tatsächliche innerliche Erfassung derdadurch bezeichneten Gegenstände. Es liegt ebenso in gehörten.Sätzen das tatsächliche Urteil. Ich stelle mir, wenn ich einWort höre, nicht blofs vor, oder weifs, oder glaube zu wissen,dafs der Sprechende eine Sache innerlich gegenwärtig habe,oder sie vorstelle, sondern ich erlebe in dem Worte unmittelbardiesen inneren Akt. Und ich stelle mir, wenn ich einen Satzhöre, nicht nur vor, oder weifs, oder glaube zu wissen, dafs da