Viertes Kapitel: Anfangsgründe der Musikästhetik.
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Wechsel und Kampf, in welchem mit innerer Gesetzmäfsigkeitder zur Herrschaft bestimmte Tonrhythmus zum einheitlich ab-schliefsenden Grundrhythmus des Ganzen wird, kurz dieMelodie, strebt zur Höhe.
Sofern die Bewegung der Ruhe, das Ganze des auf einerBasis aufgebauten Systèmes der Basis zustrebt und natürlicher-weise sich unterordnet, scheint die Melodie den tieferen Tonfolgenoder Stimmen untergeordnet. In der Tat besteht eine Art dieserUnterordnung. Aber wir müssen an dieser Stelle wiederumdie doppelte Unterordnung, von welcher oben die Rede war.unterscheiden. Es besteht, so sahen wir, ein Gegensatz dermehr despotischen und der freieren Unterordnung. DieserGegensatz kommt auch hier zur Geltung. Die Tiefe hat vorder Höhe, aber auch die Höhe hat vor der Tiefe einen Vor-zug; die Höhe ist aufdringlicher, sie spannt die Aufmerksamkeitin höherem Grade. So nötigt sie das Ganze zur Unterordnung.Dagegen strebt die Bewegung von sich aus zur Ruhe, also zurTiefe.
Darnach stehen sich zwei Richtungen, in welchen die Unter-ordnung stattfindet, gegenüber. Das Ganze schwebt zwischenihnen. Es schwebt zwischen der Höhe und der Tiefe, zwischender gröfsten Bewegung und Spannung, und der Ruhe undEinheit.
Dieser Gegensatz löst sich aber schliefslich, indem dieMelodie in dem Schlufspunkt, der zugleich der Einheitspunktdes Ganzen ist, abschliefsend sich zusammenfafst.
Tonrhythmen und Rhythmus im Grofsen.
Jeder einzelne Ton ist nach dem Obigen Rhythmus; undjeder Ton ist im Ganzen entweder Grundrhythmus oder Diffe-renzierung eines Grundrhythmus; und das Ganze ist ein ein-heitliches System von Rhythmen.
Dazu tritt dann der Rythmus im Grofsen, die gesetz-mäfsige Folge, Ordnung, Gliederung der Töne. Dafs die Töneund Tonverbindungen schon abgesehen davon Rhythmus sind,dies läfst den „Rhythmus im Grofsen“ zum Tonganzen in un-