Viertes Kapitel: Anfangsgründe der Musikästhetik. 473
So wird also durch H und D hindurch die Bewegung ausder Sphäre des F in die des C hinübergeleitet. Der Anspruchdes F, neben C Herrscher des Ganzen zu sein, wird über-wunden , und dem C die alleinige Herrschermacht gesichert.Erst um dieser Stellung willen, die C im Ganzen gewinnt,heilst C die Tonika des Ganzen.
Vermittlerrolle der Dominantsept.
In dem oben Gesagten ist nun aber noch eine Lücke. Wirverstehen jetzt, wie F dem C sich unterordnen und zur An-erkennung oder Bestätigung seines Herrscherrechtes hinführenkann. Aber wie kommt F überhaupt in die Melodie hinein?Die Melodie ist ein überall einheitliches, und mit innerer Ge-setzmäßigkeit fortschreitendes Ganze; überall wird in ihr not-wendig Eines aus dem Andern. Eines führt zum Anderenhin. Es mufs also die Melodie auch zu F hinführen. Esgeht nicht an, dafs dies F sozusagen aus einer fremden Welthereinkomme.
Nun sahen wir schon, C weist auf F als seine Basis. Aberdies genügt nicht. Es bedarf auch eines inneren Zusammen-hanges und eines natürlichen Fortganges von dem rhythmischenSystem auf der Quint zu F.
Ein solcher nun ist gegeben, wenn F gefafst wird alsnatürliche Septime von G.
Diese verhält sich zu G wie 7:4. Die Quint G, weiterhindie Töne H und D, endlich diese natürliche Septime des G,verhalten sich zueinander wie 4:5:6:7. Sie ergeben zu-sammen den „Dominantseptakkord“.
Diese Septime von G nun fällt mit der Quart, genauer mitder um eine Oktave erhöhten Quart von C annähernd zusammen.Gesetzt, C sei ein Ton von 24, dann ist jene Septime ein Tonvon 63 Schwingungen. Von ihm unterscheidet sich jene Quartum eine einzige Schwingung. Die Schwingungszahl dieserletzteren ist unter der gemachten Voraussetzung = 64.
Und hier gilt nun die Regel: Wenig unterschiedene Tönekönnen für einander eintreten. Oder: — Ein und derselbe Ton