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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Farbe, Ton und Wort.

Leuchtend undGesättigt bezeichne, beansprucht Diekraft-volle Farbe zieht mich mit gewisser Kraft zu sich hin,d. h. ich erlebe in mir einen Antrieb, eine Tendenz, eineNötigung, kurz ein Streben, mich ihr zuzuwenden. DiesStreben ist mein Streben, aber ich erlebe es unmittelbar alsnicht aus mir, sondern aus der Farbe und ihrer eigenartigenQualität stammend, daran gebunden, also dazugehörig. Unddies Streben hat eine gewisse Kraft. Die Kraft der Farbe istalso Kraft meines Strebens, aber eines, zu ihrer besonderenQualitätgehörigen, d. h. an sie unmittelbar gebundenen, inund mit ihr unmittelbar gegebenen Strebens. Sie ist insofernallerdings Kraft der Qualität der Farbe, oder Kraft der sobeschaffenen, d. h. der leuchtenden und gesättigten Farbe. Sieist in dieselbeeingefühlte Kraft. Sie ist in sieeingefühltin demselben Sinne und in derselben Weise, wie die Kraft desSteines, der auf meiner ausgestreckten Hand liegt und dieselbeherabzudrücken droht, in den Stein eingefühlt ist. Auch hiererlebe ich, so sahen wir oben, einen fühlbaren Antrieb, eineTendenz, eine Nötigung, kurz ein Streben nicht der Apper-zeption, wohl aber der Abwärtsbewegung meiner Hand. Auchhier erscheint das Streben, weil es durch den Stein mir auf-t genötigt ist, als Streben des Steines; und demgemäfs die Kraftdieses Strebens als Kraft des Steines.

Solchen Ursprunges nun ist auch die Kraft derkräftigenFarbe. Sie ist die Qualität der Farbe, das Leuchtende und Ge-sättigte an ihr, sofern für mich in dieser Qualität ein kraft-voller Antrieb zum Apperzipieren, oder ein Antrieb zu kraft-vollem Apperzipieren liegt, sofern ich mich im Erleben derFarbe und ihrer Qualität zu solchem inneren Kraftaufwand auf-gefordert fühle.

Aber nicht nur die leuchtende und gesättigte Farbehat Kraft. Auch die minder leuchtende und gesättigte kannKraft haben. Auch sie kann mich zu sich hin und in sichhineinziehen. Nur ist dies eine andere Kraft. Eine solche Farbezieht mich in sich hinein mit sanfterer Gewalt.

Und so hat schliefslich jede Farbe nicht nur mehr oderminder Kraft, sondern Farben haben eine immer andere und