Erstes Kapitel: Farben und Farbenverbindungen.
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Purpur und Rot in ihrer Verbindung als Dasselbe und wiederumals nicht Dasselbe, ohne dafs sich das Gemeinsame der beidenscheidet von dem, was sie trennt. Und dies ist, wie wir wissen,ein Grund des Unlustgefühles.
Wie man sieht, ist der Sachverhalt hier derselbe, wie beider Verbindung von Grün und Blau, im Vergleich etwa mitder Verbindung von Rot und Gelb. Grün und Blau, so sagteich, scheinen in gewissem Grade dieselbe Farbe und dochwiederum nicht. Auch in ihnen scheidet sich nicht das Ge-meinsame von dem, was sie unterscheidet.
Verschiedene Wirkung der grofsen und der kleinen
Intervalle.
Zwei Arten von wohlgefälligen Farbenverbindungen sindim Bisherigen nebeneinander gestellt worden. Achten wir jetztauch noch darauf, dafs der Eindruck, den wir von beiden haben,qualitativ nicht der gleiche ist. Die grofsen Kontraste, wie derzwischen Blau und Gelb, sind hart, laut, die kleinen Intervalleergeben eine sozusagen intimere, stillere und innigere Be-friedigung. Jene Harmonie ist Zusammengehörigkeit wie diese,aber von minderer Unmittelbarkeit.
Zweifellos nun liegt dies daran, dafs bei den kleinen Inter-vallen vermöge der identischen Basis, d. h. der gemeinsamenGrundfärbung, eine vollkommenere qualitative Einheitlichkeit be-steht. Diese läfst ein gesteigertes Gefühl der inneren Zusammen-gehörigkeit entstehen, oder gibt diesem Gefühl eine Innigkeit,die bei den harten Kontrasten fehlt.
Von hier aus dürfen wir nun aber wiederum zurück-schliefsen. Wird bei diesen kleinen Intervallen die Steigerungdes Gefühls der qualitativen Zusammengehörigkeit durch diesesbesondere gemeinsame Element bedingt, dann mufs auch dasGefühl der qualitativen Zusammengehörigkeit, das ich bei derZusammenstellung von Blau und Gelb habe, auf dem Dasein■eines Gemeinsamen oder eines qualitativ vereinheitlichendenElementes, obzwar eines solchen von minder starker Wirkung,beruhen.
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