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Farbe, Ton und Wort.
einerseits nach Rot, andererseits nach Grün differenziert oderdeterminiert erscheint
Das Gleiche gilt von der Verbindung von Gelbgrün undBlaugrün.
Dieser Sachverhalt nun entspricht, wie man sieht, durch-aus unserem Gesetze der Differenzierung und differenzierendenUnterordnung.
Auch Verbindungen einer Grundfarbe mit der benachbartenMischfarbe können vortrefflich sein. Sie scheinen mir wiederumum so besser, je mehr die gemeinsame Farbe als identischeGrundfarbe erscheint, und doch zugleich die beiden Farbendeutlich auseinandergehen. Ich stelle etwa neben ein Rotgelbein Gelb und nehme dabei das letztere matter, dem Grau ange-nähert, so dafs es dem Gelb in dem Rotgelb der Masse nachgleichzustehen scheint. Dann erscheint mir die Verbindung be-sonders erfreulich.
Mifsfällige kleine Intervalle.
Die hier überall vorausgesetzte Erklärung der Farben-harmonie findet nun aber ihre auffallendste Bestätigung, wennwir der soeben erwähnten Verbindung andere scheinbar gleich-artige gegenüberstellen. Ich stelle Rot neben Purpur. DieseVerbindung ist schlecht, obgleich beide Farben rot sind, inPurpur aber mit dem Rot das zu ihm genügend kontrastierendeBlau sich verbindet. So sind überhaupt die Farbenzusammen-stellungen des Rot und Blau mit den zwischenliegenden, pur-purnen und violetten Färbungen wenig gefällig.
Aber hier ist nun zu bedenken: Wir nennen freilich dasViolett rötlichblau, und ebenso das Purpur bläulichrot, undwir haben dazu unsere guten Gründe. Aber diese beidenFarben zerlegen sich für unseren unmittelbaren Eindrucknicht in gleicher Weise in Blau und Rot, wie sich etwa dasGelbgrün in Gelb und Grün zerlegt. Sondern das Purpur er-scheint uns wie ein Rot, nur wie ein anderes als das reineRot. Und Violett ist für den unmittelbaren Eindruck Blau, nureben ein anderes Blau als Blau. Demgemäfs erscheinen also