Fünftes Kapitel: Formen der rhythmischen Bewegung.
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die Betonung, sondern ebenso für die unbetonten Elemente.Auch diese werden in höherer oder tieferer Stimmlage ge-sprochen.
Die Betonung repräsentiert oder ist zunächst, so sahenwir oben, eine Steigerung der Aufmerksamkeit oder der apper-zeptiven Tätigkeit bei der betonten Silbe, bezw. dem Worte,das in dieser Silbe seinen Schwerpunkt hat. Indem ich eineSilbe betone, lege ich darauf Nachdruck oder Gewicht, oderhebe sie apperzeptiv hervor. Und im Zusammenhang der Be-wegung, oder im Fortgang des inneren Tuns, ist sie jedesmalein starker Einsatz an einem bestimmten Punkt der Bewegung.Dagegen bezeichnet die unbetonte Silbe die Entspannung oderden Mangel der Anspannung des inneren Tuns.
Damit ist aber unmittelbar jenes vorhin schon erwähntezweite Moment verbunden. Die Anspannung schlierst zugleicheine Tendenz des Verweilens, des fialtmachens, des flattens andem Betonten in sich. Wir ruhen naturgemäfs innerlich ausauf dem, was wir betonen. Im Gegensatz dazu sind wir geneigt,über das Unbetonte wegzugleiten; die Betonung verhält sichalso zur Unbetonung, wie das Verweilen zur freieren, leichterenFortbewegung.
Diesem Gegensatz der Betonung und Unbetonung bezw.Minderbetonung tritt nun gegenüber der Gegensatz der Höheund Tiefe. Diesem liegt, wie wir gleichfalls schon sahen, einvöllig anderer Gegensatz in unserer Vorstellungsbewegung zuGrunde. Es ist der Gegensatz zwischen dem Streben und demstrebungslosen Dasein oder Fortgehen, genauer gesagt, zwischender in jedem Streben liegenden Spannung, dem inneren Drängen,und der Freiheit von solcher Spannung. Diese „Spannung“stellte ich schon jener in jeder Betonung liegenden „Anspannung“entgegen.
Bedingungen der Tonhöhe.
Dieses Streben oder diese Spannung kann nun aberdoppelter Art sein. Die beiden Möglichkeiten wurden schonangedeutet. Sie müssen aber jetzt ausdrücklich unterschiedenwerden.