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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
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Der Rhythmus.

Formelemente und rhythmische Bewegungseinheit.

Alle diese Formen bezeichnen nun aber kein Ganzes derrhythmischen Bewegung, kein abgeschlossenes inneres Tun.Sie sind in einem Punkte zusammengefafst. Je mehr aber diesder Fall ist, desto mehr sind sie dieser Punkt. Der Punkt aberist einfaches Dasein. Wir haben im Trochäus das Sichauswirkeneines Bewegungseinsatzes; im Jambus das Hineilen auf ein Ziel;im Amphibrachys das Hindurchgehen. Aber wir haben in keinerdieser Formen die in sich selbst fortschreitende Bewegung, dieBewegung vom Einen zum Andern. Wir haben Anfang, oderMitte, oder Ende. Aber das rhythmische Ganze ist nicht einesvon diesen, sondern es ist lebendiger Fortgang von einemAnfang durch eine Mitte zu einem Ende.

Die bezeichneten Einheiten repräsentieren aber nicht blofskein Ganzes der rhythmischen Bewegung, sondern sie bezeichnenauch noch kein Element einer solchen. Das rhythmische Ganzeist Bewegung; sein Element also ist elementare Bewegung,d. h. ln sich abgeschlossene Bewegungseinheit; ein in sichabgeschlossener Schritt.

Auch ein solcher Schritt aber, oder eine solche ab-geschlossene elementare Bewegungseinheit, fordert Anfang undEnde. Auch die elementare rhythmische Bewegungseinheit mufs,als Bewegungseinheit, schon Bewegung von Einem zu einemAnderen sein, d. h. auch sie fordert einen Punkt, von dem sieausgeht, und ihm gegenüber einen Punkt, auf den sie abzielt.Sie erfordert den Gegensatz zweier einander gegenüber-stehender Hauptpunkte. Sie hat ihr Dasein im Gegensatzund Gleichgewicht beider.

Mit anderen Worten: Auch dieses Element der rhyth-mischen Bewegung erfordert einen Gegensatz zweier sichgegenübertretender Betonungen oder Hauptbetonungen.Damit ist zugleich dierhythmische Bewegungseinheit deutlichunterschieden von den rhythmischen Einheiten, von denen bis-her die Rede war. Diese bestanden ja vielmehr in der Zu-sammenfassung mehrerer Elemente in einer einzigen Haupt-betonung.