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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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315
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Zweites Kapitel: Weiteres über rhythmische Formelemente. 315

stellt sich die Bewegung weiterhin dar als eine in höherenund niederen Gipfeln sich zusammenfassende. Auch dieDaktylen, Anapäste u. s. w. finden in fiauptbetonungen, diemehrere solche Einheiten umfassen, ihren gemeinschaftlichenGravitationspunkt. Auch hier bringen erst die Worte undWortverbindungen in die Bewegung die Teile hinein.

Die Worte und Wortverbindungen pflegen aber die Be-wegung nicht in eine reine Folge von Daktylen, oder Ana-pästen u. s. w. zu gliedern. Es pflegen überhaupt die tat-sächlich gegebenen rhythmischen Ganzen nicht das Bild derZerlegung des Ganzen in gleiche Einheiten zu gewähren.

Differenzierung der rhythmischen Bewegung.

Dafs es aber so ist, dafs, mit anderen Worten, Versenicht aus gleichen Wortfüîsen sich zusammenzusetzen pflegen,dies wird verständlich, wenn wir jetzt die Frage stellen, wasder Rhythmus sei nicht mehr seiner äufseren Form, son-dern seinem inneren Wesen nach.

Wir antworten: Der Rhythmus ist freilich zunächst eine Folgevon Elementen. Aber diese Elemente fassen wir auf, und wirgehen von einem zum anderen auffassend und die Auffassungs-tätigkeit anspannend und lösend, fort. Der Rhythmus alspsychisches Erlebnis ist diese Bewegung unserer Auffassungs-tätigkeit.

Aber diese Bewegung ist nun nicht eine willkürlich vonuns vollzogene, sondern sie ist durch die objektive -Folgeder Elemente gegeben. Sie liegt also darin; sie ist eine Be-wegung i n dem rhythmischen Ganzen selbst. Und dieseBewegung ist nicht ein Bewegtsein, sondern ein Sichbewegen,also ein Tun; nämlich mein in das Ganze eingefühltes Tun.Diese Einfühlung ist durchaus gleichartig der Einfühlung derapperzeptiven Bewegung in die Linie, von der früher dieRede war.

Mit dieser Betrachtung nun stehen wir erst auf ästhetischemBoden. Und von ihr aus gewinnt auch die Frage nach derFreude am Rhythmus einen andern Sinn. Sie bezieht sich auf