Zweites Kapitel: Weiteres über rhythmische Formelemente. 313
diesem zielt sie durch ein erstes auf ein zweites, und durchdieses hindurch auf ein drittes, oder nimmt in ein erstes einzweites, und durch dasselbe ein drittes hinein. In jedem Fallevollzieht sich also die apperzeptive Tätigkeit in der gleichenRichtung.
Zugleich entspricht jene Form der Tendenz der Initial-betonung, diese der Tendenz der Finalbetonung. Und dieseTendenzen bleiben ja auch bei drei Elementen in Geltung.
Andererseits bleibt es freilich, was diese beiden letztenFormen, also den Daktylus und den Anapäst betrifft, dabei,dafs in beiden das von der betonten Silbe entferntere Elementnur mittelbar dem betonten untergeordnet ist. Beide Einheitensind insofern minder geschlossene.
Charakter der dreigliedrigen Formelemente.
Damit ist zugleich gesagt, was diese dreigliedrigen Form-elemente vom Trochäus und Jambus unterscheidet. Sie sindjede in ihrer Weise minder einheitlich, in sich lockerer oderloser gefügt. Doch hat in diesem Punkte wiederum der Anapästvor dem Daktylus den gleichen Vorzug, den der Jambus vordem Trochäus hat; d. h. jener ist von beiden die geschlossenereEinheit: Die unbetonten Elemente stehen bei ihm in innigererEinheit mit der betonten.
Und zwischen beiden in der Mitte steht der Amphibrachys.Wir sahen schon, wiefern auch er eine minder in sich ge-schlossene Einheit ist.
Dieser Charakter der Einheiten aus drei Elementen teiltsich nun auch dem Ganzen mit, in welches die Daktylen oderAnapäste oder Amphibrachyen eingeordnet sind. Dasselbe gewinntden Charakter einer loseren oder freieren Bewegung. Es ist,weil nicht jedes der betonten Elemente nach beiden Richtungenunmittelbar an ein betontes grenzt, und in ein solches un-mittelbar hineintendieren kann, in den unbetonten Elementeneine gröfsere Selbständigkeit.
Dies heifst doch nicht, dafs die Bewegung, in welche diese„Versfüfse“ eingehen, in jedem Sinne eine minder einheitliche