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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Der Rhythmus.

Was ist hier die Betonung? Vielleicht verspüre ich, indemich die wechselnden Betonungen vollziehe, Antriebe oder Ten-denzen zu körperlichen Bewegungen. Antriebe vor allem zuBewegungen der Sprachorgane, nämlich zu solchen, wie ich sieausführen würde, wenn ich die Taktgeräusche als solchesind dieTaktschläge gemeint mit meinen Sprachorganenerzeugte, und dabei immer den ersten von je zweienbetonte;d. h. mit gröfserem Stimmaufwand hervorbrächte. Vielleichtverspüre ich auch Antriebe zu Bewegungen des Kopfes, derHand oder der Fuîsspitzen; ich fühle mich versucht, mitder Empfindung jedes Taktschlages eine Bewegung dieser Teilemeines Körpers zu verbinden, und dabei jedesmal der erstenvon zwei aufeinanderfolgenden Bewegungen gröfsere Stärkezu geben.

Diese Bewegungsantriebe nun sind natürliche Begleit-erscheinungen der Betonung. Die Betonung bestehtnicht etwa in ihnen.

Dies sagt uns schon einfache Beobachtung. Je mehrich auf die Taktschläge achte und ihrer Aufeinanderfolge mitmeiner Aufmerksamkeit nachgehe, desto deutlicher stellt sichdas Phänomen der wechselnden Betonung ein. Gleichzeitigaber schwindet mir das Bewufstsein jener Bewegungsantriebe.Vielleicht werden die Antriebe zu wirklichen Bewegungen. Dannhabe ich auch von diesen Bewegungen kein Bewufstsein, oderbrauche es nicht zu haben. Ein desto deutlicheres Bewufstseinhabe ich von der Betonung.

Dazu füge ich: Ich kann auch innerhalb einer räumlichenFolge von Punkten oder Linien bestimmte dieser Punkte oderLinien innerlich betonen. Dabei sind doch wenigstens die Be-wegungsantriebe der Sprachorgane ausgeschlossen.

Indessen lassen wir dies. Wie kommen wir denn zujenen Bewegungsantrieben? Sie werden ausgelöst durch diegehörten Taktschläge. Und dabei ergibt sich: Gewisse Takt-schläge, unter unserer Voraussetzung immer der erste vonzweien, erzeugen einen stärkeren Bewegungsantrieb. Der erstevon je zwei Taktschlägen, genauer gesagt, die Wahrnehmungdesselben, übt also in mir eine stärkere Wirkung.