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Raumästhetik.
Die gegeneinandergehenden Bewegungen treffen zusammen ineinem mittleren Teil. Sie halten sich hier das Gleichgewicht.
Dieser Teil ist beim dorischen Bau der Architrav. Die Not-wendigkeit desselben leuchtet ein. Je gröfser und ausgeprägterder Gegensatz und das Gegeneinanderwirken der räumlich ge-trennten Funktionen ist, um so mehr bedarf es eines solchentrennenden und verbindenden, relativ in sich beruhenden Gliedes.Auch die Dreiteilung der Säule und ebenso die Dreiteilung derattischen Basis, wovon oben die Rede war, fällt unter diesenGesichtspunkt der gegeneinanderwirkenden und in einer Mittesich treffenden und das Gleichgewicht haltenden Funktionen.
Im übrigen hat das Prinzip der Dreiteilung auf dem Gebietder räumlichen Gliederung eine weitergehende Bedeutung. Esliegt in der Natur aller begrenzten Formen, die entstehen oderzu entstehen scheinen, dafs sie Anfang, Mitte und Ende haben,dafs ein Anfangszustand, ein fester Ausgangspunkt der Bewegung,ein Fundament, eine Basis, dann der Fortgang der Bewegung,also ein Teil, welcher das eigentliche Werden des Gebildes, dieEntwickelung oder Entfaltung repräsentiert, endlich ein Abschlufs,ein Punkt des Zurruhekommens der Bewegung, in ihr unter-scheidbar sind. Und diese Momente können jedesmal zu einerentsprechenden Gliederung auffordern. Eine besondere Art desAnfanges und Endes ist das Einklingen und Ausklingen. Davonwird nachher noch die Rede sein.
Fünftes Kapitel: Gleichgewicht und Bewegung.
Räumliche Symmetrie.
Ich bezeichnete den dorischen Architrav als einen Punktdes Gleichgewichtes. Dies ist er doch nicht im absoluten Sinne.Er ist nicht ein absoluter Ruhepunkt. Er ist zunächst ein Punktin der Bewegung von unten nach oben; er ist für diese Be-wegung Durchgangspunkt. Der Architrav hat sein Dasein,oder ist an seiner Stelle, vermöge dieser einseitig gerichteten