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Raumästhetik.
Kraft, welche diese Linie in ihrer Hauptrichtung zusammen-schiebt; und dagegen übt die Linie ihrerseits einen elastischenWiderstand. Daraus entstehen wohlbekannte neue Linien.
Motiv der Verzweigung.
Hier ist immer noch vorausgesetzt, dafs die Linie eine ein-zige, ungeteilte Linie sei und bleibe. Es ist uns aber auch ausErfahrungen, die wir angesichts der Natur gemacht haben, ver-ständlich das Motiv des Auseinandergehens, der Gabelung, Ver-zweigung. In diesem Zusammenhang ist speziell gedacht andas stetige Auseinandergehen, wie es etwa in der Wellenrankestattfindet.
Zwei Kräfte, einerseits gleich und andererseits einanderentgegengesetzt gerichtet, seien in einer einzigen Linie an ein-ander gebunden. Dann heben die Wirkungen der entgegen-gesetzt gerichteten Kraftkomponenten sich wechselseitig auf. In-dem sie aber dies tun, erfahren die Kräfte selbst eine sukzessiveSteigerung. — Wie man sieht, ist hier wiederum die Elasti-zität der Kräfte vorausgesetzt. — Dadurch nun wird die zu-sammenhaltende Kraft stetig überwunden. Und jetzt gehen voneinem Punkte an die entgegengesetzt gerichteten Kräfte ihreneigenen Weg. Die eine Bewegung geht stetig in zwei aus-einander. Die Linie verzweigt sich.
So entsteht z. B., wie schon angedeutet, die Wellenranke.Sie ist nichts weniger als eine einfache Hinzufügung vonSpiralen zu einer Wellenlinie. Die angebliche Wellenlinie istvon der Form der Wellenlinie, und die angeblichen Spiralensind von der Form selbständiger Spiralen charakteristisch ver-schieden.
Hinzuzufügen ist noch, dafs freilich bei dieser Wellenrankeallerlei besondere Momente mit in Betracht kommen. Die ent-gegengesetzten Kräfte sind einmal bei ihr besonders geartete.Sie zielen auf entgegengesetzt gerichtete spiralförmige Krümmung.Und diese Kräfte sind aneinander gebunden in einer Linie, dieauch eine eigene Kraft — die Kraft oder Tendenz der gerad-linigen Fortbewegung — in sich trägt. Und im Fortgang dieser