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Raumästhetik.
nichts als von mir verspürte Tendenzen und Nötigungen zu einerinneren Bewegung, Tendenzen und Nötigungen von Einem zumAnderen innerlich fortzugehen, oder Eines zum Anderen inner-lich hinzuzunehmen. Sie sind diese Tendenzen und Nötigungen,eingefühlt in die Objekte der Betrachtung. — Und auch dieEinfühlung selbst ist beide Male eine und dieselbe Sache.
Bei alledem ist nun aber wichtig, festzuhalten, dafsjene „allgemeine apperzeptive Einfühlung“, durch welche über-haupt die Linie für mich entsteht, die notwendige Grundlageoder der notwendige Rahmen ist. Sie ist es, die zuerstLeben in die ruhende Linie bringt. Erst nachdem dies ge-schehen ist, kann sich die Ausgestaltung dieses Lebens durchdie Gesetze der Erfahrung vollziehen.
Doch müssen wir hier noch etwas mehr sagen. Es bleibtdabei: Die Erfahrung gibt der Einfühlung ihren bestimmten In-halt. Aber auch die blofse sukzessive Auffassung einer Liniewirkt schon bestimmend auf die Art der Bewegung und Tätig-keit, die wir in die Linie einfühlen. Sie bestimmt durch ihreeigene Richtung die Richtung, in welcher die Linie entsteht,und sie bestimmt damit zugleich auch qualitativ die „mecha-nische Interpretation“.
Dabei bestehen aber die beiden Möglichkeiten: Die Rich-tung der sukzessiven Auffassung der Linie, und demnach dieRichtung, welche die auf Grund derselben eingefühlte Bewegungund Tätigkeit in der Linie gewinnt, ist von mir willkürlich fest-gestellt. Oder aber die Natur der Linie bezw. ihr Zusammenhangmit anderen Linien bedingt, der Natur meiner Auffassungs-tätigkeit zufolge, oder, umgekehrt gesagt, die Natur meinerAuffassungstätigkeit bedingt, auf Grund der Beschaffenheit derLinie bezw. ihres Zusammenhanges mit anderen Linien, einebestimmte Richtung der sukzessiven Auffassung, und damit derBewegung und Tätigkeit in der Linie.
Diese Bedeutung jener allgemeinen apperzeptiven Einfüh-lung zeigt sich deutlich in einem bereits oben hervorgehobenenUmstand. Wir sahen, die gerade Linie ist Gegenstand eineranderen erfahrungsgemäfsen Einfühlung, und gewinnt demnachein anderes „inneres Wesen“, je nach der besonderen Be-