Erstes Kapitel: Ästhetische Mechanik.
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liehe Zusammenhänge innerhalb dieses oder jenes Umkreisesvon Dingen, sondern wir entdecken darin auch allgemeinsteGesetzmäßigkeiten des räumlichen Geschehens überhaupt. Diesehaben aber, als diese allgemeinsten Gesetzmäfsigkeiten, nichtdie gegebenen konkreten Formen der Dinge zu ihren spezifischenTrägern, sondern sind an „abstrakte“ Formen, die nur als Kom-ponenten in diesen enthalten sind, gebunden. So verwirklichtsich das Fallgesetz in der rein en gera den Linie, das Gesetz derWellenbewegung in der reinen geometrischen Wellenlinie u. s. w.
Und dies nun macht, dafs auch solche „abstrakte“ Formenmit Leben erfüllt erscheinen. , Zugleich ist dies Leben, derNatur jener Gesetzmäfsigkeiten entsprechend, selbst ein all-gemeines und abstraktes. Es ist ein Wirken der allgemeinenmechanischen Naturkräfte. ""
Damit nun haben wir den Übergang gewonnen zur Ästhetikder geometrischen Formen. Diese sind solche abstrakte Formen,in welchen eine allgemeine Naturgesetzmäfsigkeit, oder einWirken jener allgemeinen mechanischen Kräfte, sich aussprichtund zur reinen Anschauung gelangt.
Doch damit haben wir vorgegriffen. Zunächst müssen wirdie geometrischen Formen, von denen wir hier reden wollen,anders bestimmen: Sie sind solche Formen, in denen nichtFormen von Naturdingen, so wie dieselben unmittelbar unsentgegentreten, wiedergegeben sind. Sie sind, im Gegensatzzu diesen wiedergebenden, freigeschaffene Formen.
Dazu füge ich aber gleich: Nicht darauf kommt es uns hieran, dafs diese Formen nicht konkrete Naturformen sind, son-dern, dafs sie unabhängig von ihrem Vorkommen an Natur-dingen ästhetisch bedeutsam erscheinen. Von den Formendes menschlichen Körpers sagte ich, sie . seien schön bezw.häfslich, weil sie dem menschlichen Körper angehören. Da-gegen haben die „geometrischen“ Formen ihren positiven odernegativen Wert an sich, d. h. als diese bestimmten Formen.
Woher nun kommt diesen Formen ihre ästhetische Be-deutung? Warum sind die schönen geometrischen Formenschön?
Lipps, Ästhetik.
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