Neuntes Kapitel: Zusätze zur Natureinfühlung.
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um den Reichtum der den seelischen Kräften des Menschenanalogen Kräfte der Natur. Es ist also eine schöne Sache umdas Zufällige, d. h. das freie, wechselvolle, in keine Regel zufassende Spiel der Naturkräfte, in welchem solcher Reichtumsich kundgibt.
Sähen wir von dieser Vermenschlichung ab, so bliebe vonder Regellosigkeit in der Natur nichts als das Negative, dieRegellosigkeit; von der Zufälligkeit nichts als das Negative,dafs wir nicht wissen, wie im Einzelnen „es geschieht' 1 . Esbliebe die unverständliche, brutale Tatsache der „Zufälligkeit“,die als solche niemals ästhetisch erfreulich ist
Hiermit ist nun der Begriff gewonnen, der das letzte undhöchste Ende der Vermenschlichung der Natur bezeichnet,der Begriff der Freiheit. Die schöne Natur ist, dies ist einealte Wendung, Symbol der Freiheit. Und weil sie dies ist, istsie schön, ln dieser Freiheit ist alles andere eingeschlossen:die Kraft und der Reichtum der Betätigungen, der Aktivität;und die Einheit des Individuums, die für alles dies die Grund-lage bildet.
Neuntes Kapitel: Zusätze zur Natureinfühlung.
„Gesinnungen“ der Naturobjekte.
Die bisherige Betrachtung der Natureinfühlung fordert nochgewisse Ergänzungen. Die Vermenschlichung ist für uns nachdem Vorgebrachten nicht mehr blofs Einfühlung dieses oderjenes Strebens, Tuns, Erleidens in die Dinge; sondern sie istdie Einfühlung einer Individualität. Aus einer solchen erwachsendie einzelnen Akte des Tuns und Erleidens. Diese Individualitätsehe ich in jedem einzelnen Tun und Erleiden. Damit zugleichsehe ich diesen oder jenen Charakter; ich sehe Stolz, Leichtig-keit, Würde, spielendes Gebaren, kurz Analoga aller möglichenmenschlichen Charaktere und allgemeinen Weisen des Menschen,