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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
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Der Mensch und die Naturdinge.

Glieder. Hier aber weckt schon der Umstand Bedenken, daïsdiese Symmetrie aufgehoben wird oder sich verschiebt beimbewegten Körper. Aus solcher verschobenen Symmetrie aberkönnte sich nur der Eindruck ergeben, der auch sonst ausder Verschiebung einer regelmäfsigen Form sich ergibt, oderder an die Form sich heftet, die an eine regelmäfsige Formerinnert, oder auf Regelmäfsigkeit Anspruch zu erheben scheint,und doch wiederum diesen Anspruch nicht befriedigt. D. h. siemüfste den durchaus unerfreulichen Eindruck des Verschobenen,Verbogenen, schliefslich Verzerrten ergeben.

Und nehmen wir gar mit solcher verschobenen Symmetriedes Körpers die bleibende Symmetrie der beiden Gesichtshälftenzusammen, dann müfste dieser Eindruck sich verschärfen. 3emehr jene Regelmäfsigkeit bestehen bleibt, umsomehr müfsteihre Aufhebung, Verschiebung, Verzerrung in den übrigen Teilenbeleidigen. Man braucht, um sich davon zu überzeugen, nuretwa ein symmetrisches reich gegliedertes Gefäfs in analogerArt teilweise in seiner Regelmäfsigkeit zu erhalten, im übrigenbald mehr, bald minder diese Regelmäfsigkeit zu verschieben.

Dieser Symmetrie hat man nun noch andere angeblich inden sinnlichen Formen als solchen liegende Elemente der Schön-heit des menschlichen Körpers hinzugefügt. Man hat ge-

sprochen vonHomologien der einzelnen Teile des Körpers.Der Bauch sei homolog der Brust, die Arme den Beinen u. s. w.Aber auch dieseHomologie ist lediglich ein besser klingendesWort für eine Übereinstimmung, die keine ist, also für eineverschobene Übereinstimmung. Und diese kann an sich be-trachtet auch hier nur mifsfällig sein.

Oder man spricht von einer angeblichen Gliederung des

menschlichen Körpers nach dem Verhältnis des goldenen

Schnittes. Die Länge des Oberkörpers ohne Kopf soll zur

Länge des Unterkörpers sich verhalten, wie diese zur Gesamt-länge des Rumpfes. Wiederum die Länge des Kopfes zurLänge des Oberkörpers, wie diese zur Länge des Ganzen ausKopf und Oberkörper u. s. w. Aber alle derartigen Angabenliefern lediglich den Beweis für die zweifellose allgemeinereWahrheit, dafs man an einem reich gegliederten Ganzen,