Erstes Kapitel: Einleitendes zur Frage der Einfühlung.
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liehen entgegensetze. Sondern gemeint sind Weisen seelischerLebensbetätigung.
Und auch dies genügt noch nicht. Zwar nicht die wahr-genommenen Raumgebilde, Farben, Töne, wohl aber ihre Wahr-nehmungen können seelische Lebensbetätigungen heifsen. Sollendie „Lebensbetätigungen“, die hier gemeint sind, davon unter-schieden werden, so müssen wir sie genauer bezeichnen alsWeisen unseres Tuns, und als Arten, wie wir in dem, waswir erleben, unser eigenes inneres Wesen ausleben.
Raumformen, Farben, Töne sind uns gegeben, sie sindWiderfahrnisse oder Begegnisse. Ihnen steht zunächst meinTun, oder meine innere Aktivität, als etwas. Anderes deutlichgegenüber. - ~
Von den Widerfahrnissen oder Begegnissen sagte ich ehe-mals, sie seien lüstvoll, sofern ihr Erleben eine „Selbstbetätigung“sei, oder sofern in ihrem „Vollzug“ oder ihrer Apperzeption dieNatur der Seele zu ihrem Rechte, zur Geltung, zur Aussprachegelange. Es leuchtet nun ein, dafs in meinem Tun, sofern eseben mein Tun ist, mein Wollen' und Vollbringen, also nichtmir auf genötigt, sondern aüs mir stammend, allemal meineNatur oder mein Wesen sich ausspricht. Dafs dies der Fall^ ist, dies macht es eben zu meinem Tun, und unterscheidet esvon dem mir aufgenötigten Geschehen in mir.
Darum ist mein Tun allemal Grund eines Lustgefühls.Dieses Lustgefühl aber ist, als Gefühl meines Tuns, lust-volles Selbstgefühl, oder kurz, Selbstwertgefühl. Die Lust-gefühle, von, denen im vorigen Abschnitte die Rede war, sindgegenständliche Lustgefühle; ihnen setze ich jetzt die Selbst-wertgefühle als eine andere Gattung entgegen.
. Lust an der Aktivität.
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Der Satz, „jedes Tun sei in sich Grund des Selbstwert-gefühles“, läfst sich umkehren: Jedes Selbstwertgefühl ist imletzten Grunde Gefühl eines Tuns. Ich freue mich auch derEigenschaften, die ich habe, meiner Kräfte, Vermögen, Fähig-keiten. Aber diese kann ich gar nicht vorstellen, oder mirinnerlich gegenwärtig machen, aufser indem ich sie, sei es auch
Lipps, Ästhetik. 7