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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Die allgemeinen ästhetischen Formprinzipien.

dem Einheitspunkte unter, dem auch im übrigen das Ganze freisich unterordnet.

In der musikalischen Dissonanz etwa treten sich Tönegegenüber, die sich fremd sind und sich bekämpfen. Aber siehaben zugleich dies gemeinsam, von entgegengesetzten Rich-tungen her auf den Ton, der die Lösung bringt, hinzu-weisen. Dieser Hinweis wird durch eben jenen Gegensatzaktuell und zwingend. Die Momente des Konfliktes dringenselbst auf den Ausweg aus dem Konflikt. Hierüber späterGenaueres.

Analog ist es mit jeder natürlichen Lösung eines Kon-fliktes bestellt. Im Punkte der Lösung ist, wie wir sagen, derKonflikt zumAbschlufs gekommen. Dies heifst: Er istnicht beseitigt, so als wäre er nicht gewesen, sondern er istin den Punkt der Lösung aufgenommen, aber als über-wundener. Der Punkt der Lösung, d. h. letzten Endes dernatürliche Einheits- und Ruhepunkt, trägt dies Moment oderdiese nähere Bestimmung, nicht nur tatsächlich sondern fürmich fühlbar in sich, zugleich der überwundene Konfliktzu sein.

v Damit erst ist das Spezifische dieser Unterordnung be-zeichnet. Sie hat ihr volles Analogon auf logischem Gebietein der Lösung des logischen Widerstreites der Gründe undGegengründe. Auch diese ist Unterordnung. In dem lösen-den Gedanken sind die Gegengründe nicht einfach nicht mehrda, sondern sie sind darin, als überwundene. Der Wider-streit ist in Versöhnung umgeschlagen. Das Bewufstseins-resultat dieser eigenartigen Unterordnung ist das Gefühl derGewifsheit. Zu ihm bietet das ästhetische Gefühl des dieDissonanz oder den Konflikt lösenden Abschlusses ein Gegen-stück. Hierauf kann aber in diesem Zusammenhang nicht

v näher eingegangen werden 1 ).

') Ich verweise einstweilen, was die Lösung der Dissonanz betrifft,auf den AufsatzZur Theorie der Melodie in der Zeitschrift für Psychologie.Bd. 27, S. 225 ff.