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Die allgemeinen ästhetischen Formprinzipien.
Architrav, in sich verschiedene Seiten im Grundwesen desGanzen. Dennoch enthalten sie dies zugleich in unge-schiedener Einheit in sich. Die Säule erstreckt sich nicht nurin die Höhe, sondern geht zugleich entschieden in dieBreite; der Architrav besitzt neben der horizontalen zugleicheine ansehnliche vertikale Ausdehnung. Und im Ganzen derSäulenreihe und ebenso des darüber lagernden Gebälkes stehenHöhe und Breite, obschon in verschiedener Weise, in relativemGleichgewicht.
Einen äufsersten Gegensatz dazu bildet das gotische System,in welchem überall in heraustretenden Elementen Funktionendes Ganzen verdichtet sind. Aber in der Weise der Verbindung,dem Herauswachsen, dem Auseinandergehen und Gegeneinander-wirken, das vor allem repräsentiert ist in den Bogen und schrägenLinien, in jeder Durchkreuzung vertikaler und horizontalerLinien, kommt auch hier die an sich ungeschiedene Einheit,woraus die Glieder, das Einheitliche hier so, dort so ver-dichtend, heraustreten, zu ihrem Rechte. Und auch die Masse imengeren Sinne, die ursprüngliche, völlig undifferenzierte Massefehlt hier nicht. Ja dieselbe ist überall da. Und dafs sie diesist, und die Weise, wie sie es ist, mufs sogar als für das gotischeSystem vor allem charakteristisch angesehen werden. Sie istsozusagen das beim Prozeß der Verdichtung Stehengebliebene,so wie die Schwimmhaut zwischen den Zehen gewisser Tiereals das bei der Verdichtung in den Zehen übrig Gebliebeneerscheint oder erscheinen kann, ein blofses allverbindendesZwischen, nur mit der gegen die Glieder neutralen „Funktion“des Daseins und Verharrens, und des Raumabschlusses durchdies neutrale Dasein und Verharren.
Völlig anders verhält es sich wiederum beim ursprüng-lichen, einfachen und „massenhaften“ romanischen Mauer- undGewölbebau oder dem Quaderpalast, wo die „Masse“ im engstenSinne, dort undifferenziert, hier differenziert, als der eigentlicheKörper des Ganzen sich darstellt.
Und wiederum anders verhält es sich endlich bei derbarocken Kunst, bei welcher das Zusammen und die Wechsel-beziehung selbständiger Glieder und einer selbständigen Masse