78
Die allgemeinen ästhetischen Formprinzipien.
oder von Schritt zu Schritt, erscheint hier das Ganze monarchischuntergeordnet einzelnen herrschenden Elementen. Diese letzterenerscheinen aber wiederum, und es erscheint durch sie, mit•k besonderer Wirkung, das Ganze, untergeordnet einem Gemein-samen oder einem Grundgedanken. Die herrschenden Elementesind ein Mittel das Ganze in einzelnen Punkten zu festigen,dann aber, trotz ihres Nebeneinander, zugleich ein Mittel, dasso Gefestigte, im Sinne der qualitativen Einheitlichkeit, zu ver-einheitlichen. Zugleich vollzieht sich in ihnen in erster Liniedie Differenzierung.
Prinzip des Gleichgewichts der herrschenden Elementeund der „Masse“.
Auch hierzu ist nun aber sogleich wiederum ein Zusatzerforderlich. Ich setzte soeben zunächst als möglich, dafsherrschende Elemente, oder dominierend heraustretende Ein-heitspunkte, nur einen Grundzug im gemeinsamen Grundwesendes Ganzen bezeichnen. Gesetzt es ist so, oder gesetzt dieseherrschenden Elemente repräsentieren auch nur vorzugsweiseeinen solchen Grundzug, mit anderen Worten, das mannigfaltigeGanze ist irgendwie einseitig in solchen herrschenden Elementenzusammengefafst und verdichtet, so mufs nun in entsprechendemMafse aufserhalb ihrer, oder zwischen ihnen, dasjenige, wasdiesen Grundzug zum einheitlichen Wesen des Ganzen ergänzt,zur selbständigen oder relativ selbständigen Aussprache gelangen.Es tritt, wofern nicht dies Grundwesen des Ganzen verkümmerterscheinen soll, das Ganze aufserhalb oder zwischen diesendominierend heraustretenden Elementen mit eigenartiger Be-deutung und selbständigem Anspruch hervor.
Hiervon nun war schon oben die Rede. Und ich meinte,diesem Anspruch könne dadurch genügt werden, dafs solcheneinseitig herrschenden Einheitspunkten anders geartete ergänzendzur Seite oder gegenüber treten.
Hierzu aber ist zweierlei hinzuzufügen. Einmal: — Domi-nierend heraustretende Elemente können jederzeit, je mehr sieaus dem Ganzen „heraustreten“, also ihr eigenartiges Wesen