Viertes Kapitel: Prinzip der monarchischen Unterordnung.
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Und damit ist zugleich auch das Gewicht dieses Punktesselbst bedroht. Nicht dies allein kommt ja natürlicherweise fürdas Gewicht und die Bedeutung des Herrschenden in Frage,wie absolut es herrscht, sondern auch, was es beherrscht,d. h. ob dasjenige, was es in sich aufnimmt und relativ auf-saugt, in sich selbst Gewicht und Bedeutung besitzt. Je mehrdies der Fall ist, umsomehr kann das Herrschende, durch dieAufnahme des Untergeordneten, in sich selbst zu Gewicht undBedeutung gelangen.
Es besteht also auch in diesem Punkte völlige Analogiezwischen der monarchischen Unterordnung und der Unter-ordnung des Mannigfaltigen unter ein Gemeinsames. Bei diesersahen wir: Die Selbständigkeit des Mannigfaltigen, seine Ge-schiedenheit oder Verschiedenheit, sein Aufsereinander, schliefs-lich seine Gegensätzlichkeit belebt und steigert die Bedeutungdes Gemeinsamen, das dadurch differenziert wird, soweit näm-lich es dadurch „differenziert“ wird, d. h. soweit die Einheitlich-keit des Ganzen gewahrt bleibt.
Und analog nun ist es auch hier. Die Selbständigkeit desUntergeordneten ist an sich das Gegenteil der Unterordnung,sowie die Selbständigkeit des Mannigfaltigen an sich das Gegen-teil der Einheitlichkeit ist. Aber je mehr das Untergeordneteso geartet ist, dafs es eine selbständige Bedeutung bean-spruchen kann, desto mehr steigert und belebt es das herr-schende Moment, sofern nämlich bei allem dem die Unter-ordnung bestehen bleibt.
Es mufs danach die ästhetische Wirkung der Unterordnungdie gröfste sein, nicht etwa dann, wenn die Unterordnung einemöglichst vollkommene ist, sondern wenn zwischen dem Grade,in dem sie stattfindet, einerseits, und der eigenen Bedeutung,die das Untergeordnete beansprucht, andererseits, ein Gleich-gewicht besteht, d. h. wenn die Unterordnung zwar eine ent-schiedene und zweifelsfreie ist, zugleich aber das Untergeord-nete die eigene Bedeutung hat, und in der Unterordnungbehauptet, die es unbeschadet der entschiedenen Unterordnunghaben und behaupten kann.
Lip ps, Ästhetik.
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