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Die allgemeinen ästhetischen Formprinzipien.
oder erheitern. Dagegen belustigt oder erheitert jene edleHandlung niemals, weder in hohem noch in geringem Grade.Sondern sie übt eine qualitativ anders geartete Lustwirkung.
Offenbar nun ist auch das Lustgefühl, um dessen willenwir einem Gegenstand einen bestimmten „Wert“ zuschreiben,nicht nur ein Lustgefühl von bestimmter Intensität, sondernauch ein solches von einer bestimmten qualitativen Eigenart.Jedenfalls verhält es sich so mit dem Lustgefühl, in welchemdas Bewufstsein des ästhetischen Wertes besteht.
Endlich können wir vorgreifend auch gleich dies bemerken:Ästhetischer Wert ist der Wert, der uns aufgeht in der ästhe-tischen Betrachtung. — Was aber „ästhetische Betrachtung“ sei,davon reden wir erst in einem späteren Kapitel.
Das allgemeine Gesetz des Lustgefühls.
Kehren wir zurück zu der zweifellosen Tatsache, dafs dasWertgefühl überhaupt, also auch das ästhetische Wertgefühl, einLustgefühl ist. Diese Tatsache legt uns die Pflicht auf, zunächstdie Frage nach den Bedingungen und Gesetzen des Lustgefühlszu stellen. Nicht auf Vollständigkeit der psychologischen Fun-damentierung, sondern auf möglichst einfache Heraushebung derentscheidenden und insbesondere der ästhetisch entscheidendenGesichtspunkte ist dabei meine Absicht gerichtet.
Ein Umweg ist hier vielleicht der kürzeste Weg. Eine Saite,eine Klaviersaite etwa, sei gespannt. Dieser Saite können allemöglichen, schnelleren und langsameren, regelmäfsigen undunregelmäfsigen Bewegungen beigebracht werden. Ichbrauche nur die Saite mit der Hand zu fassen und sie nachBelieben hin und herzuziehen.
Aber nicht alle diese Bewegungen sind der Saite natürlich.Ist dieselbe etwa vermöge ihrer Beschaffenheit und Spannungabgestimmt auf den Ton Cj, dem 33 Schwingungen in derSekunde entsprechen, so ist es ihr zunächst natürlich, 33ma!in der Sekunde regelmäfsig hin und herzuschwingen. Auch dieanderen Bewegungen vollbringt die Saite; aber dieselben ent-sprechen nicht, oder entsprechen nicht in gleichem Mafse, ihrerSpannung, ihrer Konstitution, ihrer Struktur, kurz ihrer „Natur“.