Z42 2. B. Von der Pros, des Kais. u. den Reichsst.
Kreise, Eirkel oder Parthcyen war unter ihm gar nichtmehr die Rede.
Man hatte also den. ganzen Plan aufgegeben, alsMaximilian I. zur Negierung kam. Diesem gelang es nunzwar einen allgemeinen und beständigen Landfrieden zuStande zu bringen, allein bey dessen Errichtung wurdegar nicht weiter an eine Kreiseintheilung gedacht. Manglaubte, den Landfrieden schon durch das zugleich mit er-richtete Kammergcricht handhaben zu können. Endlich abergab die Errichtung eines sogenannten Neichsregiments,oder Neichsraths nähere Veranlassung dazu, daß manim I- ?5oo, das alte Project der Einrheilung der Neichs-stande in Kreise oder Partheyen wieder hervorsuchle undnunmehr die Sache glücklich zu Stande brachte.
Der im I. i;oo. zu errichtende Neichsrath sollte nem-lich aus sechs zehn Personen bestehen, welche theils vondem Kaiser, theils von den gesammten Neichsständen bestelltwerden sollten. Das war ein schweres Problem, aber manwußte es zu lösen. Der Kaiser als Kaiser sollte nemlich zweyund wegen seiner Erblande Oesterreich und Burgund eben-falls zwey Beysitzer, oder Mitglieder ernennen. Eben sysollte auch ein jeder der sechs *) Kurfürsten entweder selbstdem Neichsrath beywohnen, oder einen Beysitzer bestellen.Die übrigen sechs sollten aber von den gesammten übrigenNeichsständen bestellt werden. Hier schien nun keine Ueber-rinkunst besser zu seyn, als wenn man dieselben in sechsParkheyen theilte, und es dann einer jeden Parthey über-ließ, einen Beysitzer zu wählen. Dies geschah denn auch;
') Man erinnere sich, daß Böhmen damals gar nicht aufden Reichstagen erschien und an Yen teutscheri Rcichsgugelegemb-ite:> keinen Theis nahm.