2ZQ s.B. Von derPers. des Kais. u. ben Rcichsst.
tz. 66.
Dem Hause Baiern war zwar durch den W. F. diezweyte weltliche Kur und das Erztruchsessenamt bestätigt,allein es war dem Hause Pfalz der Rückfall Vorbehalten,wenn das Haus Baiern aussterüen würde. Ehe sich nochdieser Fall ereignete, hatte Baiern, weil es im SpanischenSuceessionskriege Französische Parthey genommen hatte,vhnerachtet der Krone Frankreich von Neichswegen der Kriegangekündigt war, das ehmalige Schicksal von Pfalz; dasheißt, es wurde im Jahr 1706. in die Neichsacht erklärtund dadurch seiner Kurwürde beraubt. Jetzt behauptetePfalz, daß der im W. F. vorbehaltene Rückfall einträte,und wirklich erhielt es imZ. 1708. sowohl seine vorigeKur-stells, als sein ehmaliges Erzamt wieder, wogegen es sichder neuen Kurstelle und des neuen Erzschazmeisteramts begab.
Hievon suchte nun auch das Haus Braun schweigVortheil zu ziehen. Schon K. Le 0 p 0 ldI. hatte dem Her-zog E r n st A u g u st von B r a u n sch w e i g, wegen der vie-len Verdienste, die sich dieser bereits um ihn erworben hat-te, und in der Hoffnung, daß der Herzog ihm künftig nock-größere Dienste erzeigen würde, zum Kurfürsten erhobenund ihm die feyerliche Belehnung über die Kurwürde unddasErzbannerherrn-Amt am 9. Dec. 1691. ertheilt.Einige Kurfürsten, namentlich Trier, Kölln und Pfalz pro-resrirten gegen die neue Kur, und selbst die übrigen waren,wenn sie gleich gegen die Sache selbst nichts hatten, doch un-zufrieden darüber, daß der Kaiser in diesem Stück so eigen-mächtig zu Werke gegangen war. Noch mehrere Bewegungerregte indessen diese neue Kur im fürstlichen Collegio, sodaß sich die mehrsten altweltfürstlichen Häuser nebst einigengeistlichen Fürsten zw Nürnberg imI. :69z. unter den Na-