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Deutsche Rechtssprichwörter
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Dort liest der Erzbischof die Messe, schwört sodann selbst auf dasEvangelium, daß er dem christlichen Volke ein tauglich Oberhaupt wählenwolle, nimmt den Eid der übrigen Wähler entgegen und sammelt die Stim-men, wobei er seine eigene zuletzt abgibt.

Ist die Wahl dreißig Tage nach dem Eide noch nicht erfolgt, so sol-len die Fürsten fortan bei Wasser und Brod in der Stadt bleiben, bis dasweltliche Haupt der Christenheit gekoren ist.

Bei der Wahl entscheidet Mehrheit über die Hälfte, bei Stimmen-gleichheit also der Obmann. Solcher ward in der Folge der ReichsschenkKurfürst von Böhmen, der Erste unter den Laien als gekrönter König, wes-halb man ihm die Worte in den Mund legt:

Ich bin der Kurfürsten Obermann,

Wenn man nicht einig werden kann;

Wem ich dann gib die Stimme mein,

Der muß allein der Kaiser sein.*)

Früher hieß es :

Der Schenk deS Reichs hat keine Wahl,")

Der König von Böhmen hat keine Wahl,

Weil er kein Deutscher ist".")

Zwar nicht in der goldenen Bulle aber in unbestrittenem- Herkommenbegründet und von den späteren Kaisern anerkannt ist die Wahl eines römi-schen Königs noch bei Lebzeiten und selbst wider Willen des jeweiligen Kai-sers mit der Wirkung, nach dessen Ableben sofort das Reich zu über-nehmen.^) (8)

Um das Verhältniß zwischen Reich und Kirche zu versinnlichen, reitetder Pabst zu beschiedener Zeit auf blankem Rosse und der Kaiser hält ihmden Stegreif, zum Zeichen, daß dieser bezwingen müsse, was Jenem wider-steht und umgekehrt.")

Nun trägt der Kaiser das Schwert als Diener Gottes, den Zorn desHerrn zu rächen, während Sankt Petern das Schwert verboten wurde, undWeil Petri Schlüssel im Kampfe nichts vermögen,

So flüchten sie oft unter Pauli Degen"/)

re) Lurgoläensis Uaoein Unbl. S. 323, Goldene Bulle CLP. 14.d) Pist. III 100 (366). c) Sachs. III 57 § 2:äie koninx von Keksrnsn die nekevst nenen Kore, norme dat Ke nickt diidssck n'is". d) Hortleder, von den Ur-sachen des teutschen Kriegs III eax. 15. e) Sachs. I 1. 1) Wagenfuhr 34, 38; 011-kert Onckerine klxistolas: (juurn Uetrl nikil eMciant ad xroelia ciaves, ^.uxilioUauii torsitan snsis srit". Buch der Könige 207. 41. König Otto der säels dsxsnxotse.