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Deutsche Rechtssprichwörter
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Es heißt zwar:

Wer da schlägt sein Weib,

Trifft seinen eignen Leib";°)

immerhin aber bleiben Thätlichkeitcn, die da gelegentlich Vorkommen mögen,der Sphäre richterlicher Ahndung entrückt, weil ja diese die Spaltung nurmehren, nicht mindern würde; deshalb gilt auch der Grundsatz:Eheleuteverbrechen Nichts, wenn sie sich schlagen", undschlägt der Mann Frau undKind mit Stock und Ruthe, so bricht er damit keinen Frieden"?) Das

heißt also: wenn der Mann die Frau prügelt, hat Wohl Niemand etwas

einzuwenden; prügelt aber die Frau den Mann, dann erhalten beide eineEhrenstrafe: die Frau muß den Lasterstein auf öffentlichen Wegen tragen;der Richter bestellt für sic zur Erheiterung der Straßenjugend einen Pfeifer,der Ehemann aber einen Pauker?)

Und Kreittmayr meint, nach den Worten der Schrift:Der Mann

wird dich peinigen und kneipen" könne das weibliche Geschlecht sich solches

um so eher gefallen lassen, als ja diese Ehre (eheliche Prügel zu erhalten),sogar der Göttin Juno von ihrem Gemahle Zeus öfter widerfahren sei?)

Solche Affairen beeinträchtigen die Ehe nicht; die früheren werdenvergessen und wenn auch die Zukunft hie und da wieder neue bringt, so folgtdoch immer Sonnenschein auf Regen und eheliche Lieb' und Treu blüht wieehedem.

Eine schwere, nicht selten unheilbare Verletzung der ehelichen Pflichtaber liegt im Ehebrüche, in der Verletzung der gelobten Treue; der Ehebruchist in Wahrheit ein arger Riß im Eheband, der mehr als jedwede Zwistig-keit der Ehe schönen Zweck vereitelt, und, wie die Quelle sagt,die Ehenach Gottes Gesetz scheidet". Die schwerste Strafe ist dem Ehebrüche be-sonders auf Seite der Frau gedroht; der Ehemann darf zum Mindesten dieEhebrecherin in bloßem Hemd und Mantel von Haus und Hofe jagen?)

Wer das Glück hat, führt die Braut heim, aber nur, wer das Rechthat, schläft bei ihr"/)

Des Weibes Untreue zerstört das Endziel des ehelichen Lebens undverursacht die höchste Unsicherheit im Familienstände mit allen ihren bösenFolgen; denn wie auch die Glosse zum Sachsenspiegel sagt:geschieht dasWerk der Ehe in der Hoffnung nur auf Kinder, so sei es Almosen", sowar doch ein Hauptzweck der Ehe von Anbeginn Erzeugung eines echtenErben. Blieb die Frau unfruchtbar, so durfte sich der Mann von ihr schei-den lassen; und lag es am Unvermögen des Mannes, so widersprach es

a) Simrock kl392. b) 4M. 2. 82. (Gr. DRA. S. 4S0.) o) Kaltb. I 14.19. L) Kreittmayr S. 140. ö) Grimm/ DRA. S. 450. L) Körte. Nr. 2274.