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daß der Mensch allein sei". „Darum ist der Ehestand der heiligste Ordenund darin soll alle Christenheit beschlossen sein".°) „Widersprich hier", .sofährt die Glosse fort, „Mönch oder Beghine (Nonne)! dann lügst du, denndu redest wider die Evangelien".
In dieser sittlichen Vollendung der Ehe und der daraus folgenden Un-möglichkeit der Wiederauflösung einer giltig geschlossenen Ehe liegt aber zu-gleich auch die wirksamste Aufforderung zu einer reiflich überlegten Eheschlie-ßung, gleichwie sie nicht minder das mächtigste und sicherste Schutzmittel desehelichen Lebens bildet; hierauf weiset der Spruch: „Hast du mich genom-men, so mußt du mich behalten". Denn: „Weibernehmen ist kein Pferde-handel",") und „Weib und Leinwand kauft man nicht bei Licht".°)
„Die Ehen werden im Himmel geschlossen"^) und weil denn doch dieGesinnungen der Ehegatten ihren individuellen Charakter erfahrungsgemäßnicht ganz verlieren, darum heißt es auch:
„Wem Gott eine Frau gibt, dem gibt er auch Geduld".°)
Die dauernde Vereinigung der Eheleute zum gemeinschaftlichen Lebenläßt naturgemäß die Handlungen derselben in rechtlicher Beziehung gemein-same Wirkung äußern und hat die rechtliche Verpflichtung des einen Th eilesgewissermaßen einen Nachhalt in der natürlichen Haftung des Andern, denn:„was eine Hand thut, das hat die andere wohlgethan".
Lediglich eine Ausnahme und durch die Absicht, solche gemeinsameWirkung zu beseitigen, hervorgerufen erscheint die Ehe zur linken Hand oder
die morganatische Ehe; sie ist ihrer Natur nach eine wahre, vollkommene,
bürgerlich aber unvollkommene Ehe; die Kinder sind eheliche Kinder, jedochohne Recht auf die Folge in Stamm- und Lehengüter; sie ist in Wahrheit:„Eine Heirath ins Blut,
Aber nicht in Stand und Gut"/)
Diese nach allen Richtungen durch das vollkommene Eheband geschaf-fene Gemeinschaftlichkeit des Lebens läßt nun selbstverständlich auch mannig-fache Widerwärtigkeit entstehen, die wenn sie auch den unschuldigen Ehegattenmitdrücken, doch das Band der Ehe nicht lösen und nicht lockern dürfen,
wenn gleich im Laufe der Zeit das Feuer der ersten Liebe sich gemindert
hat; denn es ist nicht unwahr, was das Sprichwort sagt: „Wenn die Lieb'so zunähm', wie sie abnimmt, so fräßen sich die Eheleute vor Lieb'".^)
a) Kling. Gl. z. S.sp. 85 L. b) kistorius S. 573. e) Simrock 11276.ä) ähnlich kwisel I 104: „Io mLiiaZes so tont on Oiel et so oonsomment sn Is.terrs"; dem deutschen Spruche finden sich häufig die Worte angefügt: „aber dieThorheiten werden auf Erden begangen (oongugln sunt tatalia) vgl. Körte. Nr. 978.e) kistorius S. 326. k) Darm. Bd. 6. S, 191. §) kistorlus S. 585.