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Deutsche Rechtssprichwörter
Entstehung
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48) Wenn das Kind todt ist, hat die Gevatterschaft ein Ende.

49) Was ich gegen den Mann sprech', das sprech' ich auch gegen dieFrau.

Die Ehe, als die natürliche Grundlage aller sittlichen Ordnung in derFamilie war den deutschen Volksstämmcn von jeher ein heiliges Institut undsie zeichneten sich denn auch durch ihre sittlich reine Ausfassung des Wesensder Ehe vor allen civilisirten Völkern in vortheilhafter Weise aus.

In der Ehe liegt die volle wechselseitige Selbsthingabe, die wahreAufopferung der eigenen Persönlichkeit, weshalb cs auch heißt:die Ehe seikein Verlust der Jungfranschaft", sondern vielmehr der Höhepunkt des sittlichvollendeten Lebens. Die Innigkeit des ehelichen Lebens und seine Unzer-trennlichkeit läßt sich aus mannigfachen geschichtlichen Notizen erschauen: DerLeiche des Herrn folgten nicht blos seine Pferde, Habichte und Knechte indie Unterwelt, auch die Frauen begleiteten ihren Mann in den Tod; wiedieser in Indien heutzutage noch herrschenden Sitte finden sich auch unterden germanischen Völkern einige Spuren; die Sage läßt die Ehefrau vorSchmerz sterben und auf dem Scheiterhaufen mitverbrennen.")

Und weit mehr noch im Leben äußert die Einheit des ehelichen Bandesihre Wirkungen in Ansehung der Standes- und Vermögensrechte der Ehe-gatten, und

Mann und Weib

Sollen sein in Wahrheit wie ein Leib".

Die Brunner Schöffensatzungen stellen dieses Sprichwort an die Spitzeeines schönen Gleichnisses, worin die Eheleute als die Krone des Familien-stammbaumes in ihrer äußerlichen und innerlichen Lebensgemeinschaft dar-gestellt und in ihrem Verhältnisse zu den übrigen Gliedern der Familien,insbesondere den Kindern in würdiger Weise aufgefaßt werden?)

Hierin liegt die Untrennbarkeit der Ehe ausgesprochen, welche eine sonothwendige Folge derselben ist, daß ohne diese Eigenschaft das innersteWesen der Ehe zerrüttet und ihre sittliche Erhabenheit zu einem Deckmanteleines willkürlichen Geschlechtsgenusses herabgewürdigt werden würde.

In ihrer Reinheit aber ist die Ehe der Orden aller Orden, weil vonGott selbst gestiftet. Als Gott den Menschen schuf, sagte er nicht:es ist nichtgut, daß es weder Mönche noch Nonnen gibt", sondern:cs ist nicht gut,

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a) Grimm. DNA. S. 451. d) Rößler II 401.