1879
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mit Hinzuzählung einiger außer der Fraktion Stehender (Löwe, Berger) auf etwa20 Mitglieder.
Heute fand eine erregte Fraktionssitzung statt. Als Verinittelungsantragwurde folgender eingebracht: die Art und Weise, wie Volk seine Ansichten dar-gelegt habe, sei zn mißbilligen. Forckenbeck zog seinen Antrag zu Gunsten desMißbilligungsantrags zurück. Wir ließen keinen Zweifel darüber aufkouunen,daß der letztere für uns ebenfalls den Austritt bedeute. Endlich erfolgte dieVertagung der Abstimmung.
Die Mittelpartei macht die möglichsten Anstrengungen, um eine Verständigungherbeizuführen. Völk soll mindestens eine Erklärung abgeben. Wenn er dasAuseinandergehen der Fraktion verhindern will, so muß und kann er dies thun.Kann man es ihm zumuthen? Bennigsen sprach sich dahin aus, es bei derallgemeinen Mißbilligung bewenden zu lassen. Allein es ist sehr zweifelhaft, ober die Mittelpartei dahin bringt, ihn: zu folgen. Die Linke verfolgt ihrenVorteil, den ihr die Erregtheit der Mittelpartei bietet; die guten Leute meineneben, irgend eine Genugthuung müsse Völk geben, und sie haben dabei strengund formell genommen Recht. Allein es wird eben unter dieser Form über eineviel tieserliegende Frage entschieden. Schauß sprach in der Fraktion sehr gewandtund sehr ruhig, aber mit Bestimmtheit. Die eventuell zum Austritt Entschlossenensind: Völk, Zinn, Schauß, Groß, Römer, Klein, Rentzsch, Kreutz, Servais, Jäger,Bauer, Feustel, Puttkamer, Vopel, Ohlen und ich. Gneist und Einige vompolitischen rechten Flügel werden folgen, Treitschke wird für sich austreten. Zurneuen Fraktion hoffen wir: Löwe, Berger, Bockum-Dolffs, Bethmann-Hollwegzu gewinnen, 5—9 weitere Mitglieder der nationalliberalen Fraktion werdenauch fürs Gesetz stimmen, aber, wenn die Frage Völk nicht ins Reine kommt,vorerst nicht austreten.
Der deutsche Botschafter in Paris Fürst Hohenlohe Schillingssürst ist auchangekommen. Er erzählt, es gelinge ihm absolut nicht, den Franzosen, die mitInteresse sich nach dem Streit erkundigen, die Bedeutung des Franckenstein'schenAntrags klar zu machen. Höfliche sagen ihm auf seine Auseinandersetzungen:^.b! so oompronäs, oo sont äos gusrollos allomanäos, inoroi Nousiour. —
Lasker spricht nach langer Zeit wieder einmal freundlich mit mir. Wirsind darin einig, daß die Trennung besser wäre als das Zusammenbleiben. Ersagt zu Römer, er habe mit Bennigsen gesprochen und sie beide seien der Ansicht,daß sie künftig besser mit einander auskommen würden als bisher. Auch Gneistist der Ansicht, daß es jetzt besser wäre, auseinanderzugehen. Liberale Reichs-partei ist der wahrscheinliche Name der neuen Partei.
Ich meinestheils forciere den Bruch nicht, wenn aber die Dinge dahinführen, so bin ich nicht dagegen.
Berlin, den 12. Juli 1879.
Der Reichstag geht heute zu Ende. Auf 9 Uhr war Fraktionssitzunganberaumt, um die Anträge auf Zwang zur Verwerfung des Gesetzes und gegenVölk zur Erledigung zu bringen. Gestern aßen wir Separatisten mit einander