1874-1876
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Der Schwerpunkt der Schöpfung aber bleibt dennoch in der Person desMinisterpräsidenten konzentriert si. Der durchdringende Blick des großen Staats-manns hat in einer scheinbar ratlosen Lage über alle Parteiprogramme hinausdas xnvotnm sglious erkannt und anfangs gegen das Staatsministerium denneuen Reformplan in Gang gebracht. Sein Verdienst war ferner die Wahl unddie stetige Unterstützung eines genialen Staatsmannes, des Grasen Eulenburg, der mitrichtiger Auswahl seiner Mitarbeiter die höchst verwickelte Aufgabe im einzelnendnrchznführen verstand. In allen Stadien dieser Übergangszeit hat der Minister-präsident seine starke Hand über der Durchführung des Werkes gehalten, in dementscheidenden Zeitpunkt den unberechtigten Widerspruch des Herrenhauses mit raschemEntschluß beseitigt und in den Zwischenstadien der Beratung in geduldiger Aus-dauer zahlreiche Kompromisse durch seinen maßgebenden persönlichen Einfluß zustände gebracht. Unter den vielen Ruhmeserinnerungen des großen Reichskanzlerswird sein Verdienst als Schöpfer der neuen Verwaltungs-Ordnung sicherlichMenschenalter hindurch unvergessen bleiben, als eines ebenbürtigen Fortführersder Stein-Hardenberg'schen Reformepoche auch im Innern unsres Vaterlandes.
X. Abschnitt.
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(5. Februar 1874 bis 21. Dezember 1876.) ^)
Die aus den 10. Januar 1874 ausgeschriebenen Reichstagswahlen waren denKonservativen ungünstig. Die Nationalliberalen blieben die stärkste Partei undhatten schon mit der Fortschrittspartei zusammen die absolute Mehrheit. Dazutraten auch hier, wie im preußischen Landtag, in allen nationalen Fragen,insbesondere im Kulturkampf, die Freikonservativen. Gleichwohl hatten die Ultra-montanen auch im neuen Reichstag 25 Sitze gegen 1871 (92 statt 67) gewonnen,namentlich bayerische. Immerhin zählte das Centrum auch im Reichstag nochnicht ein Viertel, mit Polen und Sozialdemokraten zusammen nicht ganz einDrittel, der Versammlung^).
Der Einfluß der Konservativen war bei diesem Stimmenverhältnis in unsererLegislatur-Periode ein geringer. Den Verkehr derselben mit Bismarck vermittelte
>) Nach Roon: Denkwürdigkeiten, Bd. II. S. 574, bestanden über die Kreisardnnng zwischenBismarck und dem Grafen Eulenbnrg nicht unerhebliche Schwierigkeiten.
2) Es wahrte die I. Session der II. Legislaturperiode vom 5. Februar bis 26. April 1874,die II. Session vom 29. Oktober 1874 bis 30. Januar 1875, die III. Session vom 25. Oktober>875 bis 10. Februar 1876, die IV. Session vom 30. Oktober bis 3l. Dezember 1876.
°) Hans Blum „Das Deutsche Reich zur Zeit Bismarcks", S. 91.