Druckschrift 
2 (1895) 1847 - 1879
Entstehung
Seite
357
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gekommen. Ob eine Reaktion kommen werde, vermöge ich nicht zn beurtheilen.Zu einer sachlichen Opposition, wo solche notwendig, werde ich stets bereit sein.Wenn aber wirklich eine Reaktion drohe, so habe man um so mehr Grund bei-sammen zu bleiben. Einer solchen gegenüber werde die Fraktion uns stets anihrer Seite sehen, sie möge jetzt so oder so beschließen.

Ich wollte versöhnlich reden, insbesondere auf die Mittelpartei wirken.

Da stellt Forckenbeck den ausdrücklichen Antrag, die Abstimmung gegen dasGesetz mit der Bestimmung Franckenstein zur Fraktionssache zu machen, und be-gründet denselben damit, daß die Fraktion einig, geschlossen, thatkräftig dastehenmüsse. Rickert stellt für den Fall der Ablehnung der zwingenden Kraft denAustritt der Linken in Aussicht.

Bennigsen sagt, heute sei noch nicht die Zeit, hierüber Beschluß zu fastenspricht von der Unmacht der liberalen Partei, wenn sie in die verschiedenstenFraktionen und Fraktiönchen zerfallen würde, hebt dann aber die Gefährlichkeit desAntrags Franckenstein und die Notwendigkeit, sich eventuell gegen das Gesetz zueinigen, so stark hervor, daß ich den Eindruck habe, er werde sich Forckenbeck zulieb und um den linken Flügel nicht zn verlieren, dazu entschließen, die Endab-stimmung zur Fraktionssache zu machen.

Die Frage ist durch diese Sachlage offenbar aus dem Rahmen einer Spezial-frage herausgerückt. Es handelt sich darum, ob der rechte oder linke Flügel aus-zutreten hat; mag schließlich die Mehrheit in der Fraktion ausfallen wie sie will:eine Trennung zwischen beiden Seiten ist unvermeidlich und die in der Mittemüssen sich zwischen beiden entscheiden.

Abends.

Buhl teilte im Aufträge Bennigsen's Römer mit, er möchte doch unserenAustritt zu verhindern suchen. Er (Bennigsen) werde mit seinen Freunden demAntrag Forckenbeck's aus Stellung der Fraktionsfrage entgegenwirken. Der ge-dachte Antrag werde unter diesen Umständen keine Mehrheit, keinesfalls die2 /g Mehrheit bekommen. Buhl fügte bei, in diesem Falle würden Forckenbeckund seine speziellen Anhänger austreten. Auf unserer Seite würden nach einerAuszählung Römer's eventuell 1617 austreten, darunter Schauß. Zinn wirdzwar gegen das Gesetz stimmen, dann aber mit austreten. Römer läßt Bennigsensagen, die gedachten 17 bleiben nur in dem Falle, wenn Forckenbeck und Gen.anstreten. Dies veranlaßt mich denn doch, Buhl zu sagen, er möge seine In-formationen auch von nur holen. Diesen Austritt machte ich nicht gerade zurBedingung des Bleibens. Nur genüge auch mir zum Bleiben ein notdürftigesDrittel gegen die Kabinettsfrage nicht. Wir müßten mit Ehren und dem Wunschder überwiegenden Mehrheit gemäß bleiben können.

Römer sagt nachher zu mir, durch meine Nachgiebigkeit verdürbe ich dieVerhandlungen mit Bennigsen. Von Feder, bayerischer Regierungspräsident,spricht viel mit mir über den Franckenstein'schen Antrag und scheint geneigt, auchschließlichja" zu sagen.