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2 (1895) 1847 - 1879
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zugeben. Es muß da eben die ruhig erwogene Ueberzeugung entscheidend sein.Die Zollentwnrfe werden in der nächsten Zeit noch nicht einkommen, obgleich inder Tcirifkommission, die der Bundesrat eingesetzt hat, mit fieberhaftem Eifergearbeitet wird.

Vor Ostern werden der Etat und die wenigen Gesetzentwürfe, die unsvorliegen, zur Erledigung kommen. Dann wird eine mehrwöchige Pause ein-treten, und erst nach deren Ablauf kommen die Zoll- und Steuervorlagen zurBeratung; dieselbe wird uns bis in den Juni hinein beschäftigen. SchöneAussichten!

Berlin, den 21. März 1879.

Jeder Empfang beim Kaiser am morgigen Geburtstage ist abbestellt, wegendes Unwohlseins seit dem in den Blättern gemeldeten Fall desselben st; bei demAlter des Kaisers denkt man gleich an alles. Es wird erzählt, Bismarck seijetzt geschmeidiger gegen die Nationalliberalen; er habe vor ein paar TagenVölk nebst einigen andern zu Tisch geladen, sei freundlich gewesen und habedie ihm zugeschriebene Absicht einer Auflösung des Reichstags desavouiert, freilichmit dem Beisatz: wenn man ihm nicht die notwendigen wirtschaftlichen Reformenunmöglich mache.

Heute staub auf der Tagesordnung des Reichstags der elsaß-lothringischeAntrag auf Verlegung der Regierung nach Straßburg, größere Selbständigkeitu. s. w. Bismarck war anwesend und sprach lange, im ganzen entgegenkommend;merkwürdigerweise erwähnte er eine Vertretung des Landesausschusses imBundesrat mit beratender Stimme, ja sogar mit einer Art diplomatischemCharakter.

Welchen Einfluß könnte ein Regierungswechsel aus die Parteiverhältnisfe,insbesondere die Nationalliberalen, und auf die Stellung des Reichskanzlershaben? Ich sprach mich gestern gegen Römer, insbesondere auch im Hinblick aufdiese Eventualitäten, für ein langsames Tempo unserer Parteibestrebungen aus.Er kommt immer wieder darauf zurück, daß nur ein Austritt aus der national-liberalen Partei nnd die Gründung einer neuen Partei helfen könne. Würde esuns da nicht gehen wie Wallenstein mit seinen Generalen? Merkwürdigerweisesprach sich aber heute auch der alte Oetker, mit dem ich über die Parteiverhält-uisse sprach, ohne besondere Veranlassung meinerseits im gleichen Sinne aus.Wenn wir einen jüngeren Führer hätten, meinte er, wäre er gleich dabei. Zinnwäre wohl bereit?

Berlin, den 29. März 1879.

Die Freihändler plänkeln bei jeder Gelegenheit im Reichstag. Es ist Zeit,daß ihre Gegner sich vorsehen. Gestern Vormittag war Sitzung der volkswirt-schaftlichen Vereinigung, gemäßigte Schutzzöllner aller Fraktionen. Wir beschlossen,durch eine Interpellation an den Präsidenten des Reichstags dem Bemühen derFreihändler entgegen zu treten, durch frühzeitige Osterferien die künftige Ver-

>) Auf dem glatten Parkett bei Gelegenheit einer Abend-Unterhaltnng im Kgl. Palais.

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