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2 (1895) 1847 - 1879
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338
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338 Die zweite Session der IV. LegiSlatur-Periode des Reichstags

(Anwesend waren: Zinn, Völk, Siemens, Kreutz, Klein, Müller und ich. Derachte ist mir nicht in Erinnerung. Als sicher betrachten wir n. A.: Gareis,Pfähler, Groß, ten Dornkaat, Koolmann, Buhl n. s. w.). Schanß sprach sich gesterngegen mich in gleichem Sinne aus. Es sei notwendig, der einseitigen preußischenLeitung der Parteien ein Ende zu machen. Er meinte aber, das sei nur möglichdurch Bildung einer neuen Partei. Der Gedanke hat viel für sich; allein wirmüssen die Dinge langsam sich entwickeln lassen. Aus meinen Rücktritt aus demVorstand bestand ich. Wir wurden in unserm Kreise einig, daß ich in derFraktion Völk statt meiner Vorschlägen solle. Das that ich gestern und derselbeerhielt von 47 bei der Vorstandswahl abgegebenen Stimmen 41. — Außerdem ver-abredeten wir acht, um Lasker ein Notabene zu geben, nicht für ihn zu stimmen,sondern statt seiner Schanß zu wählen. Der Erfolg war, daß Lasker nur mit30 Stimmen gewählt wurde, während Schanß 17 erhielt. Merkwürdig war aber,daß bei der Vorstandswahl auch Bamberger nur 30 Stimmen erhielt, den wirnicht als zu streichen bezeichnet hatten. Diesem hatten offenbar ohne Verab-redung die Gegner seines Freihandelsstandpunkts ihre Stimmen entzogen.

Dabei ist zu bemerken, daß bei der Vorstandswahl die auf der rechten Seitestehenden Parteimitglieder aus Preußen: Treitschke, Gneist, Cuny, Puttkameru. s. w. gar nicht anwesend waren. Diese Herren sind uns aber nicht sympathisch,mit diesen wollen wir nicht Zusammengehen; man sieht aus dem Gesagten, daßder innere Zusammenhalt der Partei kein besonders starker mehr ist.

Würde sich eine neue Partei bilden, resp. würde die nationalliberale Parteiauseinandergehen, so würden bei künftigen Wahlen die Trümmer der letzteren ausWürttemberg und Bayern keine Mitglieder mehr bekommen. Die nationalliberalenBadenser halten fest zusammen, doch sind auch sie nicht mehr so einseitigeSchleppträgcr unserer regierenden Parteihäupter wie bisher. Sie haben allenGrund einzulenken, denn ihre Minoritäten sind im Wachsen und einige Plätzehaben sie bereits verloren').

Berlin, den 15. März 1879.

Daß Bismarck einer der größten Massenbeherrscher unserer Zeit ist, glaubendie meisten, die nicht gerade zu den Konservativen gehören. Man weist ausseine Bearbeitung der Bauern durch die Kornzollprojekte hin. Da aber Bismarckmeiner Ansicht nach in vielem Recht hat, so ist es nicht leicht, sdie rechte Liniezu finden, um weder der Sache zu nahe zu treten, noch Bismarck zu weit nach-

') Zum Verständnis der Haltung Bismarcks gegenüber den Parteien, im besonderen dernationalliberalen Partei, wahrend der Kampfe um die Zoll- nnd Steuerreform vergl. die „Post"1879, Nr. 137 (Die neue konservativ-klcrikale Parteikombination. — Centrum Stütze des FürstenB.), 148 (Machtstellung des Centrnms, mit der Fürst B. zn rechnen hat), l53 (Gründe, ausdenen die nationalliberale Partei sich der Wirtschaftspolitik des Reichskanzlers entgegenstellt), 165(Die Wirtschaftsreform und die Parteien, ans der „Provinzial-Korrespondenz"), 189 (Wirkungendes Programms der wirtschaftlichen Reform des Fürsten B.), 189 (Verteidigung des Fürsten B.gegen die Verdächtigungen seiner liberalen Gegner), 209 („Berliner Bürger-Zeitung": FürstB. und die nationalliberale Partei. Rechtfertigung Lasker's).