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2 (1895) 1847 - 1879
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tausch fehlte, und dazu halte ich mich denn auch für zu gut, nur mit meinemNamen, der ihnen vielleicht für Württemberg von Wert wäre, auf derBorstandsliste zu paradieren.

Berlin, den 10. März. 1879.

Die Situation ist eine gespannte. Neuerdings zwar wird wieder wenigervon Auflösung des Reichstags gesprochen. Der Reichskanzler selbst stellt derartigeAbsichten in Abrede. Vielleicht weil er jetzt auf eine Mehrheit für seine zoll-politischen Pläne rechnen kann und nicht unnötig erbittern will. Eine zeitlangaber hatte mau den Eindruck, als ob er auch darauf ausgehe, die national-liberale Partei zu zerstören st, g-vilir pnis anöantir: Diese Worte schwirrten mirmmer im Kopse. Denn man hörte von allen möglichen Zumutungen, die erdem Reichstag machen wolle, und denen am Ende auch der gemäßigte Mannnicht folgen könnte. Ich und nnt mir manche sind für Beschaffung der Reichs-bedürfnisse durch neue Zölle resp. Steuern auf Konsumtionsgegenstände und fürmäßigen Schutz der Gewerbe nach Prüfung von Fall zu Fall. Nun schlägt erallgemein Zölle auf alles vor, er will Getreide, Vieh, Holz, Roheisen einemZoll unterwerfen^), er will viel Geld, ohne daß man nur erfährt wie viel, unddie Befürchtung ist nicht abzulehnen, daß bei der Schwierigkeit einer Detail-prüfung die Frage on bloquo auf Ja oder Nein gestellt werden wird. Wie sollman sich da entscheiden?

Im Reichstag und in der nationalliberalen Fraktion rumort es täglich unddie kommenden Kämpfe werfen ihre Schatten voraus.

Ich finde übrigens, daß in letzterer die gemäßigten Schutzzöllner stärker ver-treten sind, als ich gedacht hätte. Außerdem giebt es darunter viele (mindestenseine starke Minderheit), welche die fortwährenden Angriffe Lasker's auf die Reichs-regiernng, die ewigen Nörgeleien mißbilligen. Auch die Tyrannei innerhalb derFraktion, die Mache der Götter und Halbgötter (Führer und ihre Trabanten)haben viele satt. W. Siemens und Zinn brachten eine Besprechung von Fraktions-genossen zusammen, um einmal sich den Rückhalt zu sichern für Fälle, wo esnötig ist, der herrschenden Clique entgegen zu treten. Wir waren zu 8 und be-zeichneten etwa 12 weitere zuverlässige Fraktionsgenossen, von denen wir nachsorgfältiger Erwägung und Prüfung der einzelnen annehmen, daß sie bereit seinwerden, bei künftigen vertraulichen Besprechungen mit uns zusammen zu treten.

y Daß dem Kanzler diese Absicht sehr fern lag, ist von demselben bei den verschiedenstenAnlässen versichert worden. Hölder aber glaubte fest daran. In einem ein paar Tage später(15. Mürz 1879) in seine Heimat gerichteten Briefe heißt es: „Viele meinen, Bismarck lege esdarauf an, die Nationalliberalen zu demütigen oder durch eine Auflösung in ihrer Bedeutungvollends zu vernichten."

2) Wenn Hölder hier anzunehmen schien, daß Bismarck für die im Teste aufgeführtenGegenstände einen Zoll in ein und derselben Höhe verlangte, so trifft dies nicht zu. Nur alle nichtbesonders ansgenommenen Gegenstände sollten mit einer einheitlichen Eingaugsabgabe belegtwerden. Vergl. Bismarck's Schreiben an den Bundesrat vom 15. Dezember 1878 in meinemWerke: „Fürst Bismarck als Volkswirt", Bd. l, S. 171.

Poichinger, Fürst «ismarck u. die Parlamentarier. II.

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