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2 (1895) 1847 - 1879
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332 Die zweite Session der lV. Legislatur-Periode des Reichstags

H. Meiers mit, wie auch ihm in betreff der Surlaxe anerbietende Andeutungenvon dem Reichskanzler gemacht worden seien, wie er aber im Hinblick auf dievolkswirtschaftliche Abgeschmacktheit, gewissen hochentwickelten Gegenden Deutsch-lands die natürlichen Handelswege zu erschweren, eine Durchführbarkeit und einedauernde Herrschaft der Surtaxe für unmöglich gehalten, und aus seiner AnsichtBismarck gegenüber kein Hehl gemacht Habeft.

Am 29. April 1879 beschloß eine in Tivoli stattgehabte Versammlung vonReichstagswählern Bremens, an welcher sich ungefähr 3000 Personen beteiligten,nachdem der Abgeordnete Mosle seine Stellung zur Zolltarif-Vorlage dargelegthatte, die Resolution, daß sie die nationale Wirtschaftspolitik des Reichskanzlersals notwendig und zweckmäßig erachte, und das volle Vertrauen zur Reichs-regierung habe, daß neben den berechtigten Interessen von Gewerbe und Land-wirtschaft auch diejenigen von Handel und Schiffahrt die vollste Berücksichtigungfinden werden.

Zn Beantwortung dieser Resolution richtete der Kanzler an den Reichstags -abgeordneten Mosle ft nachstehendes Schreiben:

Berlin, den 29. April 1879.

Ew. Hochwohlgeboren danke ich verbindlichst für das Telegramm, welchesmich von den Beschlüssen der am 24. d. Monats versammelten ReichswählerBremens in Kenntnis setzt. Ich sehe in diesen Beschlüssen eine Ermutigung,meine aus Schutz der deutschen Schiffahrt gerichteten Bestrebungen fortzusetzen,und hoffe, daß es gelingen wird, in der Flaggenfrage die nicht ganzidentischen Interessen des Handels und der Schiffahrt zu vermitteln.

von Bismarck.

Zu den Zeiten, da Lasker im Bismarck'schen Hause noch freundschaftlichverkehrte, sagte der Kanzler einmal scherzend zu demselben: „Ich wette, wirwerden doch noch einmal Kollegen."

Lasker antwortete sehr ernsthaft: „Sollten Durchlaucht wirklich die Absichthaben, Rechtsanwalt zu werden?" ft

Der Fürst beeilte sich zu einem andern Thema überzugehen.

0 Meier, Hermann Henrich, Kaufmann, Rheder und Gutsbesitzer, Chef der FirmaH.H. Meier L Co. zu Bremen. Geboren daselbst den 16. Oktober 1809 (protestantisch). WarMitglied der Bremer Bürgerschast, des Frankfurter Parlaments, der Bremer Handelskammer,des konstituierenden und ersten norddeutschen Reichstags, Präsident des deutschen Handelstags,des Norddeutschen Lloyd, der Bremer Bank, der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchigerseit deren Begründung.

2) Bei Gelegenheit seines Aufenthaltes in Bremen im Juni 1869 war Bismarck bei demKonsul H. Meier zu Gast. Als derselbe im Oktober l889 seinen achtzigsten Geburtstag feierte,lief auch vom Fürsten Bismarck ein Glückwunsch-Telegramm ein, worin derselbe an die langenJahre gemeinsamen Strebens und an die erfolgreichen Unternehmungen Meier's erinnerte.

3) Das Schreiben des Abgeordneten Mosle an seine Wähler, <1. ä. 15. Mai 1879, be-treffend seinen Austritt aus der nationalliberalen Partei, findet sich abgedruckt in der „Post" 1879,Nr. 134, S. 2.

ft Karl Braun, Reichstagebuchblätter 1878, S. 162.