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2 (1895) 1847 - 1879
Entstehung
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331
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1879

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Bismarck; hatte sie den letzteren doch selbst mit Ehren überschüttet, als derselbeam 15. Juni 1869 in Bremen Zeuge des Abgangs der zweiten deutschen Nordpol-Expedition gewesen war.

Mosle kam, wie es bei ihm als einzigen Vertreter der freien HansestadtBremen gar nicht anders zu erwarten war, 1871 als Freihändler in den Reichs-tag. Die Persönlichkeit Bismarck's scheint auf ihn eine geradezu fascinierendeAnziehungskraft ausgeübt zu haben; seine Politik zu unterstützen, schien ihm eineLebensaufgabe, und so kam es, daß Mosle nach seiner eigenen Erklärung „durcheinen Händedruck des Reichskanzlers" vom Freihändler zum Schutzzöllner um-gewaudelt worden ist. Von diesem Augenblick an war Mosle's Stellung als Ver-treter der freihändlerischen Hansestadt Bremen eigentlich unhaltbar.

Bei Einführung des Zolltarifs dachte Bismarck im Jahre 1879 daran, dieSympathien der deutschen Seeplätze durch Einführung von Flaggenzöllen zu ge-winnen. Dieser Plan wurde indessen bald aufgegebcn; um so lebhafter interessiertesich der Kanzler demnächst für Differenzialzölle zu Ungunsten der indirekten Ein-fuhr von Kolonialwaren, besonders über Holland und England, wie solche in demfranzösischen Tarife erhoben werden. Es war ein Zuschlag von 1 ftz Mark für denCentuer beabsichtigt, ohne Unterschied zwischen den verschiedenen Waren, nament-lich ohne Unterschied, ob es sich um zollfreie oder zollpflichtige Waren handelte.

Am 4. April 1879 abends konferierte der Reichskanzler mit dem AbgeordnetenMosle längere Zeit über dieses letztere Projekt. Mosle erklärte sich aber mitderselben Entschiedenheit gegen diesen Differenzialzoll, wie seiner Zeit gegenden Flaggenzoll, mit welchem man der deutschen Rhederei beispringen zu könnenglaubte.

In einer Versammlung der Bremischen Handelswelt vom 15. April 1879teilte der gleichfalls der nationalliberalen Partei angehörige Abgeordnete Konsul

empfangen. Den Verhandlungen der britischen Behörden über die Strandung des Dampfers„Deutschland", deren Ergebnis; Herrn Brickenstein zu dem Wunsche veranlaßt hat, wegenEinleitung einer anderweiten Untersuchung jenes Unfalls mündlich bei mir vorstellig zuwerden, bin ich mit Aufmerksamkeit gefolgt. Ich bedauere, daß das Urteil des Boards ofTrade für ihn nachteilig ausgefallen ist, und ich verkenne nicht, daß er ein wesentlichesInteresse daran hat, das Versehen, welches das Urteil ihm. zur Last legt, von sich abznlehnen;indessen habe ich nach dermaliger Sage der Gesetzgebung keine Mittel, eine nochmalige Unter-suchung des Vorgangs durch eine deutsche Behörde amtlich herbeiznführen. Nach der deutschenGesetzgebung kann eine amtliche Feststellung der Ursachen eines Seeunfalls nur im Wege derVerklagung, des Zivilprozesses oder des Strafprozesses, mithin nur in einem gerichtlichen Ver-fahren erfolgen, dessen Einleitung meiner Einwirkung völlig entzogen ist. Em. Hochwohlgeborenstelle ich ergebenst anheim, Herrn Brickenstein hiervon gefälligst Kenntnis zu geben.

von Bismarck.

Die Korrespondenz, welche der Abgeordnete Mosle anfangs Februar 1876 mit dem KapitänE. Brickenstein in der Angelegenheit des verunglückten Dampfers „Deutschland" geführt hatte undwelche oben ermähnt ist, findet sich abgedruckt in der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" vom17. Februur 1876, Nr. 40.