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2 (1895) 1847 - 1879
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1878

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Berlin, den 15. Oktober 1878.

Das Spiel von gestern wird von den Konservativen bei § 16 wiederholtwerden. Werden die Worteaußerhalb ihres Wohnorts", wie dies geschehenwird, aufrecht erhalten, stimmen sie gegen den Paragraphen. Ich frage Ben-nigsen, ob da ein Schachzug Bismarck's mit unterlaufe? Bismarck könnte jasagen: Mit Euch Nationalliberalen habe ich mich dahin verständigt, daß dasGesetz bei mir keine Schwierigkeiten finden wird, wenn es verabredetermaßenan mich gelangt. Dafür, daß letzteres eintrete, haben die Ordnungsparteien untersich zu sorgen. Er habe ja in seiner Rede es ausgesprochen, daß diese sich untersich verständigen müßten. Geschehe das nicht und er könne den Konser-vativen nichts befehlen so bedaure er es; er aber sei unschuldig. Bennigsenerwiderte mir: wir dürften ganz ruhig sein. Er habe ja darauf hingewiesen,daß bei der zweiten Lesung Zwischenfälle Vorkommen könnten; bei der drittenwerde alles ins Reine kommen.

Das Fatale ist, daß man allerseits so zurückhaltend ist und man Keinemrecht trauen kann. Wenn die Zuversicht Bennigsen's auf seine mit Bismarck ge-troffenen Abreden fehl schlägt, steht es mißlich mit dem Gesetz. Von Anfang anging meine Ansicht in Berücksichtigung der durch die Wahlen geschaffenenStimmung dahin, daß Bismarck sehr viel erreichen kann, wenn seine unbedingtenForderungen zur Zeit bekannt werden. Selbst eine längere Gültigkeitsdauer alsbis zu 5 Jahren wäre am Ende zu erreichen gewesen. Wenn aber die Fraktiondurch Reichstagsbeschlüsse einmal engagiert ist, vollends wenn sie dies in derAnsicht gethan hat, ihre Konzessionen reichten im übrigen aus dann wird esSchwierigkeiten haben, sie noch weiter zu drängen und bei der dritten Lesungnoch mehr zu erreichen. Denn schon all zu oft hat sie durch solche Nachgiebig-keit ihr Renomnwe geschädigt. Darin liegt die Hauptgefahr für das Gesetz;dies war von Anfang bis jetzt meine Ansicht, die ich auch Mittnacht gegenübermehrmals aussprach.

Berlin, den 16. Oktober 1878 (Mittwoch).

Gestern erhielt das Gesetz eine nene Lücke wegen der seitens der National-liberalen verweigerten Ausweisung vom Wohnort.

In weiten Kreisen der Nationalliberalen ist man der Ansicht, das Gesetzunter keinen Umständen fallen zu lassen..

Ich spreche auch mit Mitgliedern der Rechten (Puttkamer-Slave, Behr-Schmoldow, Lucius); Behr erzählt, in Pommern, Ost-Preußen und in der Markhabe die Bevölkerunng förmlich aufgebrüllt gegen den Reichstag: aus ihrenKönig habe man geschossen, derselbe habe Schutz gegen die Mörder verlangt, derReichstag habe aber denselben verweigert.

Berlin, den 17. Oktober 1878.

Der Abgeordnete Max Römer erfuhr von seinem Jugendfreund StauffenbergFolgendes:

Bennigsen habe die Verständigung mit Bismarck in Sachen des Sozialisten-gesetzes ganz ans seine Faust geinacht, ohne Stauffenberg oder Laster irgend eine