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2 (1895) 1847 - 1879
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274 Die zweite Session der III. Legislatur-Periode des Reichstags

14 Stimmen verhindert werden könne. Zweifel, ob sie dies noch zn Protokollerklären sollen. Die andern würden eben schweigen und sich für den praktischenFall die Entschließung Vorbehalten.

Über den Fürsten Bismarck äußerte derselbe Staatsmann: er sei eben hochüber die andern hinausgewachsen, binde sich nie, behalte sich alles vor; sageunumwunden, wo er befehlen könne, brauche er nicht zu beraten. Bennigsenhabe er in den Besprechungen mit ihm nie als künftigen Vizekanzler oder Finanz -minister genannt. Bismarck sei sich offenbar selbst noch nicht klar, wie er dieStellen besetzeil wolle, schwerlich mit Natioualliberalen. Lasker könne er nichtleiden; daher sein Angriff auf ihn. Lasker habe einmal im vorigen Jahregesagt: Bismarck soll sich aufs Auswärtige beschränken, die inuern Angelegenheitensollen andere Kräfte übernehmen. Dies scheine Bismarck vorgeschwebt zu haben,er habe nur offenbar nicht gewußt, wann Lasker es gesagt, aber Bismarckgenüge zn so einem Ausfall die allgemeine Erinnerung, der Totaleindruck.

Den 14. März von Berlin nach Stuttgart gereist, da der Reichstag unddie Budgctkommission eine siebentägige Pause machen. Ich spreche mit demAbgeordneten Schneegans, welcher mit mir bis Frankfurt reiste, viel über Politik.Schneegans sagt, daß auch er am liebsten mit dem Reichskanzler selbst verhandle.Schneegans erzählt, er habe lange vor dem Kriege die Annexion vorausgcschen,da er sich über die beiderseitigen militärischen Kräfte auf dem Laufenden erhalten.Bei Ausbruch des Krieges habe er offen gesagt: jetzt werden wir annektiert. Erhabe längere Zeit vor dem Kriege einmal einen Traum gehabt, welcher dieAnnexion zum Inhalt hatte.

Berlin, den 22. März 1878.

In den Sitzungen des Reichstags wie der Budgetkommission kam nichtsErhebliches vor, außer daß beide die nächste Sitzung erst am Dienstag haltenwerden. Also wiederum 4 Tage gänzlich frei. Der Grund liegt darin, daßBismarck die preußischen Ministerien neu organisieren willst und infolgedessenunerwarteter Weise dem preußischen Abgeordnetenhanse neue Vorlagen gemachtwurden, welche dessen Arbeiten bis tief in die nächste Woche hinein verzögern.Sehr fatal für die Dauer des Reichstags. Von Minister-Veränderungen istalles erfüllt. Mit den Nationalliberalen sind aber alle Verhandlungen hierüberabgebrochen.

Berlin, den 26. März 1878.

In den obersten Kreisen herrscht Verwirrung, Bismarck scheint zwar all-mählich sein Ministerium beisammen zu haben. Aber schon spricht man wiedervon weiteren Ministern, die sich unsicher fühlen sollen. Die nationalliberalePartei ist selbstverständlicher Weise nicht gut auf diese Zustände zu sprechen,und man ist begierig, ob sie nicht morgen im preußischen Abgeordnetenhaus

st Bismarck betrieb im Abgeordnetenhaus,.' die Abzweigung der Verwaltung der Domänenund Forsten von dem Finanzministerium und die Errichtung eines eigenen Eisenbahn-ministerinms. Das Nähere hierüber findet sich in meinem Werke: „Fürst Bismarck als Volks-wirt!,", Bd. I, S. 134 ff.