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2 (1895) 1847 - 1879
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Die zweite Session der III. Segislcitur-Periode des Reichstags

Der Fürst lachte und erwiderte:

Liebe und gegenseitige Achtung stellenstoßen wir an!"

Und es wurde au gestoßen.

im Zusammenleben ein; darauf

Bereits oben wurde bemerkt, daß sich die Aufzeichnungen des Reichstags-abgeordneteu Hölder mit dem Beginne des Jahres 1878 zu einem sehr fleißiggeschriebenen Tagebuch erweitern, das für die Beurteilung mancher parlamen-tarischen Vorgänge als eine wertvolle Quelle bezeichnet werden darf. Es trifftdies besonders zu hinsichtlich der Vorgänge im Schoße der nationalliberalen Partei,in welcher schon lauge zwei Seelen wohnten zwei Richtungen, die der Theo-retiker, der Doktrinäre, die das praktische Leben nicht kannten, der Formalisten,angeführt von Lasker, und die der Realpolitiker, als deren Hauptvertreter mauBennigsen und Miguel ueuueu konnte. Im Jahre 1878 stieß die Zoll- undSteuerfrage einen neuen Keil in die Partei, und zwar so tief in ihr Herz, daßbereits im folgenden Jahre ein erstes Ausscheiden namhafter Mitglieder derselben,und zwar zunächst nach der rechtsliberalcn Seite zu (Gruppe Schauß) erfolgte.In den Tagebuchblättern des Abgeordneten Hölder kann man nun schrittweiseverfolgen, wie die Krisis innerhalb der Fraktion entstand, wie die Gegensätze aufeinander platzten und mit welchem Eifer bis zum letzten Augenblick an der Ver-klebung der Risse gearbeitet wurde. Hölder stand freilich mitten in den Kämpfen,und insofern möchte man einwenden, es fehle ihm zur Schilderung der Vorgängeinnerhalb der Fraktion die nötige Objektivität. Wir wollen abwarten, ob seinerDarstellung dieser Vorwurf nicht erspart bleibt. Verneiueudenfalls kann mansich nur freuen, wenn die Geschichte des häuslichen Zwistes innerhalb seinerFraktion auch noch von einem andern, vielleicht dem Lasker'schen Flügel ange-hörigen Mitglied derselben geschrieben wird.

Hölder selbst zeigt sich aus seinen Tagebuch-Aufzeichnungen in dein bestenLichte; er ist ein sreidenkender, nebenbei aber sehr praktischer Mann, ein Partikularistin des Wortes gutem Sinne, der zwar den Unitarismus bekämpft, an Kaiser undReich aber mit ganzem Herzen hängt und darum vor keinem Opfer zurückschreckt,wenn es gilt, das Reich zu festigen, sei cs auf den Gebieten der materiellenoder kulturellen Interessen. Die Hölder'schen Aufzeichnungen sind stilistisch nichtausgearbeitet; es sind meist nur ganz knappe, fragmentarisch gehaltene Satz-bildungen. Den Sätzen unter einander fehlt oft jede Verbindung. Man stehtes dem Tagebuch an, daß dem Verfasser nur darum zu thun war, die wesentlichenVorgänge festzuhalten; zu sorgsamer Ausarbeitung fehlte ihm im Drange derGeschäfte und des großstädtischen Berliner Lebens die Zeit.

Das Tagebuch folgt hier in dieser seiner ursprünglichen, ungekünstelten Form.Ich glaube, eine stilistische Ausarbeitung, wie sie der Verfasser vielleicht für späterins Auge gefaßt haben mochte, wäre für einen andern Herausgeber ein Mißgriffgewesen.