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2 (1895) 1847 - 1879
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Hierauf erwiderte Fürst Bismarck:

Eine Deputation hätte ihre Schwierigkeiten; der Zufall könnte ja wollen,daß der Kaiser unwohl wäre und Sie nicht empfangen könnte; dies würde sofortdie entgegengesetzte Strömung fördern. Der Petitiousweg scheine angemessener;der letzte Beschluß des Landesausschusfes biete den richtigen Ausgangspunktzu einer Petition. Die Personalunion würde Sie bald zur Realunion mitPreußen führen, was Sie nicht wollen, und was Preußen auch nicht will. Eswürde gehen wie mit Luxemburg. Die Elsaß-Lothringer werden viel eherDeutsche werden wollen als Preußen. Sie müssen ein kleiner Staat werden;in einem solchen befinden Sie sich besser als in einem großen wie Preußen, woSie unter den 25 Millionen untergehen würden. Der Kronprinz ist ein zuehrfurchtsvoller Sohn, als daß er sich gegen väterliche Ansichten hätte aussprechenkönnen. Jedenfalls werden Sie mich bereit finden, Sie in Ihren Bestrebungenzu unterstützen. Ich werde Ihr Advokat sein. Wenn eine Deputation zurÜberreichung einer Petition notwendig erscheinen sollte, werde ich es Ihnen sagen.Auf alle Fälle können Sie auf meine Unterstützung zählen."

Das Kronprinzenprojekt schien von diesem Zeitpunkt an in den höchstenBerliner Kreisen festeren Fuß zu fassen. Es wurde in mehreren Zeitungen be-richtet, der Kronprinz habe mit den Herren von Roggenbach und von Stauffenbergdes näheren darüber beraten. Man wollte wissen, daß diese Herren oder einervon ihnen als Minister nach Elsaß-Lothringen berufen werden würde. AnfangsMai wurde dem Abgeordneten Schneegans durch Stauffenberg mitgeteilt, daßdasKronprinzenland fertig sei", als plötzlich die am 14. Mai und 2. Junierfolgten Attentate aus den Kaiser eine unerwartete Wendung herbeiführten; dennam 6. Juni wurde der Kronprinz mit der Wahrnehmung der Geschäfte undStellvertretung des Kaisers betraut, und am 13. Juni wurde der Reichstagaufgelöst, hauptsächlich aus dem Grunde, weil er es versagt hatte, der Reichs-regierung nach dem ersten Hödel'schen Attentat Waffen zur Bekämpfung der Sozial-demokratie zu geben.

Über den Entwurf eines Sozialistengesetzes verhandelte Bismarck auch mitdem Abgeordneten Bamberger. Derselbe hatte sich publizistisch gegen den Erlaßdieses Ausnahmegesetzes ausgesprochen (man vergl. seine SchriftDeutschlandund der Sozialismus") und er setzte nunmehr dem Kanzler in einer längerenUnterredung die Gründe auseinander, die seine Ansicht bestimmten.

Ich schließe dieses Kapitel mit folgendem Vorfälle, der sich auf einer par-lamentarischen Soiree im Jahre 1878 ereignete.

Es war Bier herumgereicht worden, und zwar aus einem frisch von Münchenangekommenen, im Saale aufgestellten Faß, als der Fürst mit gefülltem Humpenzu dem von Schneegans und seinen Freunden gebildeten Kreise herantrat undfragte:

Nun, wie fühlen sich die Elsässer in Deutschland?"

Durchlaucht," antwortete Schneegans,wir gehen eine Vernunftehe ein,das giebt oft die besten Ehen."