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2 (1895) 1847 - 1879
Entstehung
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263
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1878

träges zu erhalten, so bedauerte er, dem Wunsche seines Kollegen nicht entsprechenzu können.

So sympathisch ihm die vorgeschlagene Lösung war, so glaubte er überdiesdoch nicht das Recht zu haben, als Abgeordneter im Namen seiner politischenFreunde zu sprechen, ohne dieselben vorher davon benachrichtigt und ihre Meinungeingeholt zu haben.

Es wird nach Kenntnis dieses Zwischenfalls angenommen werden dürfen,daß, wenn Fürst Bismarck in seiner Reichstagsrede vom 8. März 1878 davonsprach, daß die Wahl des Statthalters aus eine Person fallen könnte,die sicheines ganz ausnnhmsweisen Vertrauens bei dem Träger der landes-herrlichen Rechte, Seiner Majestät dem Kaiser, erfreut," darunterder Kronprinz des Deutschen Reichs zu verstehen war.

Der Name des Kronprinzen war schon früher, am Ende des Jahres 1877,von andrer Seite mit den elsaß-lothringischen Reformplänen in Verbindunggebracht worden; auch der Reichskanzler hatte diese Lösung gelegentlich erwähnt,und während der Kaiserreise wurde sie in Straßburg lebhaft besprochen. Nun-mehr wurde dieselbe zum erstenmal, wenn auch verhüllt, vom Regierungstischeaus proklamiert.

Nach Beendigung der Reichstagsdebatte über das Stellvertretungsgesetz hatteder Abgeordnete Schneegans mehrmals noch Gelegenheit, den Fürsten Bismarckzu sehen; am Sonnabend, den 9. März, bei der letzten parlamentarischen Soireedes Reichskanzlers, wiederholte der Fürst ihm gegenüber die schon im Reichstageabgegebene Erklärung, daß er mit der dortigen Bevölkerung den Zeitpunkt herbeisehne, an dem es möglich sein werde, dem Reichslande eine eigene Landes-vertretung und eine eigene Regierung mit dem Sitze in Straßburg geben zukönnen. Der Reichskanzler kam dabei wiederholt auf das Krouprinzenprojekt zusprechen und betonte, daß dies die beste Lösung wäre; er möchte aus Elsaß-Lothringen ein deutsches Dauphins machen, in welchem der jeweilige Kronprinzsich mit der Führung der Geschäfte vertraut machen könnte, wo er einen, wennauch beschränkten Wirkungskreis finden würde, der ihm später bei der Thron-besteigung von Nutzen wäre.

In der Presse kamen damals die verschiedensten Meinungen zum Ausdruck;man sprach vonKaiserlichem Kronlaud", vonKaiserland", vonGroßherzog-tum"; das eigentlicheKrouprinzenprojekt" schien aber weitaus die größtenSympathien zu haben.

In diese Zeit (2. April, nachmittags 2 Uhr) fällt eine Besprechung, welchedie uuterelsässischen Abgeordneten Bergmann, North und Schneegans mit demFürsten Bismarck hatten. Der Abgeordnete für Straßburg, Bergmann, nahmzuerst das Wort, um dem Reichskanzler zu sagen, daß das Krouprinzenprojektvielen Anklang gesunden habe; es frage sich, wie demselben näher getretenwerden könne.

Fürst Bismarck antwortete ungefähr Folgendes: