248 Die erste Session der III. Legislatur-Periode des Reichstags
gleitende Geberde zum Ausdruck; der Fürst wunderte sich augenscheinlich darüberdaß ein Abgeordneter, der sich nicht zu denjenigen bekannte, die die Annahmeder gegebenen Thatsachen zur Richtschnur ihrer politischen Thätigkeit genommenhatten, dennoch mit einer Bitte vor die Regierung, deren Existenzberechtigung erdoch nicht anerkannte, treten konnte. Das Befremden des Fürsten betraf übrigensnicht den Abgeordneten Grad allein, da, wie nachher bekannt wurde, ein andrerProtestabgeordneter (Jaunez) eine Audienz bei dem Kronprinzen, und die HerrenDollfns, Besanzon, Abel, Germain und Jaunez am 4. März eine Audienz beidein Kaiser nachgesncht hatten. Letzteres Gesuch wurde am 8. März durch denReichskanzler dahin beantwortet, daß die Audienz nicht bewilligt worden sei, daßden Herren anheimgestellt werde, ihre Klagen schriftlich dem Reichskanzler ein-znreichen.
Ich lasse hier die betreffende Korrespondenz folgen:
a) Immediateingabe der Reichstagsabgeordneten Dollfns, Besanzon, Abel,Jaunez und Germain ä. cl. 4. März 1877:
8irs, Iws äsputs8 sonssigmos ä'Hsaoo-Iwrraiuo ont l'bouusur äo sollioitoräs votrs bauts st patsruslls bisuvsillauss guslguss instauts ä'auäisuss pourvsnclrsäi ou samsäi xroobaiu.
Ils ssraisut bsursux äs voir Isur äsmauäs aoousillis pour pouvoirsutrstsuir 8. N. äss ooussgusuoss äss sxpulsious gui visuusut ä'strsrsosmmsut oräouusss äaus lsurs äsux xroviusss.
4/68 80U88iAnä8 out l'bouusur äs prisr 8 a Najo 8 ts äs lsur psrmsttrsäs lui ottrir 1 'bommg.AS äs lsur prokonä rs 8 psst.
b) Schreiben an den Reichstagsabgeordneten Dollfus:
Berlin, den 8. März 1877.
Ans die Vorstellung, welche Ew. Hochwohlgeboren gemeinschaftlich unterm4. d. M. an des Kaisers Majestät gerichtet haben, beehre ich mich, Sie imAllerhöchsten Aufträge zu benachrichtigen, daß Seine Majestät Allerhöchst Sichnicht veranlaßt sehen, Ihnen die nachgesuchte Audienz zu ertheilen.
Falls Sie Beschwerden über Maßregeln der Regierung in Elsaß-Lothringenzu führen haben, so stelle ich anheim, dieselben in schriftlicher Form anznbringen.
Der Reichskanzler.
Fürst von Bismarck.
Die Bestrebungen der unterelsässischen Abgeordneten in betreff der Optanten-frage wurden insofern von Erfolg gekrönt, als der Unterstaatssekretär Herzogam 5. März dem Abgeordneten für Straßburg-Stadt, Bergmann, mitteilte, daßder Reichskanzler neue Instruktionen an das Oberpräsidium habe abgehen lassen,welche die Bevölkerung befriedigen würden. In einem an die unterelsässischenAbgeordneten, zu Händen des Abgeordneten Bergmann, gerichteten Schreibenvom 11. Mürz 1877 sprach sich der Reichskanzler in demselben Sinne aus. Das-selbe lautet: