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2 (1895) 1847 - 1879
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1877

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das mindeste zu thun hat. Zunächst trat tu die Öffentlichkeit die Affaire Stosch').Ob und inwieweit dieselbe Einfluß gehabt hat ans den Einschluß des Reichs-kanzlers, wissen wir nicht und sind auch nicht in der Lage, uns Gewißheit darüberzu verschaffen; aber so viel wissen wir, daß der Chef der Admiralität, dessenmilitärischen Fähigkeiten wir die höchste Anerkennung nicht versagen, in politischerBeziehung nicht konservativ, sondern im Gegenteil ziemlich prononziert liberal ist.Sodann kommt die Affaire Berlin-Leipzigs. Daß deren Ausgang den Reichskanzlerverstimmt hat, glauben wir als sicher annehmen zu dürfen, weniger der Sachewegen, als wegen der Motive und der begleitenden Umstände. Wenn es sich imLaufe der Zeit herausstellt, daß der zwischen der Reichshanptstadt und Leipzighergestellte Dualismus zu Unzuträglichkeiten oder gar zu Gefahren führt, so kannnach zehn, zwanzig oder dreißig Jahren das oberste Gericht von Leipzig nachBerlin übergeführt werden. An und für sich ist die Sache nicht so schlimm.Zwei Punkte aber scheinen es gewesen zu sein, die den Fürsten Bismarckunangenehm berührt haben. Zunächst hat es sich gezeigt, daß die Reichsverfassungthatsächlich eine Majorisierung der preußischen Interessen znläßt nach formalemRecht, aber gegen die realen Verhältnisse. Dieser Umstand muß notwendig eineReaktion im Umtauschen Sinne Hervorrufen. Dadurch wird von neuem an derVerfassung selbst gerüttelt werden, und gerade das ist dem Reichskanzler unlieb,denn er will eine naturgemäße organische Entwickelung auf Grund des Bestehendenund fürchtet das Experimentieren reichsfrenndlicher Heißsporne. Sodann wird sichder Reichskanzler sagen, daß der Ansgang wahrscheinlich ein andrer gewesen wäre,wenn er selbst beizeiten sich ins Mittel gelegt hätte. Gerade die Überzeugungaber, daß die Sachen nur dann gehen, wenn er selbst sie betreibt, daß diejenigen,auf deren Unterstützung er glaubt rechnen zu können, nur handeln, wenn sie vonihm geschoben werden, mag ihn mutlos gemacht haben. Mit alledem hat aberdie konservative Partei nichts zu thun gehabt. Herr von Kleist-Retzow hat mitWärme für Berlin gesprochen. Es haben im Reichstage drei Fraktionen für denpreußischen Vorschlag gestimmt, keine geschlossen, aber den größten Prozentsatz imVerhältnis zu ihrer Stärke an Stimmen für Berlin hatte die deutsch-konservativeFraktion. Ferner spricht man von den Jntrignen in Hofkreisen ^), die dem FürstenBismarck das Leben sauer gemacht haben sollen. Wir wissen nicht, was daranwahres ist; aber so viel wissen wir, daß weder von den Leitern der deutsch-konservativen Bewegung, noch von den Mitgliedern der gleichnamigen Reichstags-fraktion auch nur ein einziger mit derartigen Jntrignen das geringste zu thunhat. Der wahre, eigentliche Grund des Demissionsgesuches scheint uns darin zuliegen, daß in den volkswirtschaftlichen Fragen der Reichskanzler sich außer stände

>) Am 25. März 1877 lehnte der Kaiser das Entlassnngsgesnch des Herrn von Stosch ab;Bismarck konnte nach der ganzen Haltnng dieses Ministers nur wünschen, daß derselbe seinPortefeuille niederlege.

2) 8oil. die Frage über den Sitz deS obersten Gerichtshofes in der einen oder andern Stadt.

3) Vergl. über die angebliche katholische Agitation gegen BiSinarck beim Kaiser den BriefanS Berlin, ä. ä. 4. April 1877, bei HansenIws eonlissss äs la, äiplomMis," S. 325 ff.

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