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2 (1895) 1847 - 1879
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Die erste Session der III. Legislatur-Periode des Reichstags

den Abdruck der Perrot'schenÄra-Artikel" in das feudale Blatt gestattet, undnon Kleist-Retzow hatte sich über den Kulturkampf und die Kreis-Ordnung mitseinem alten Duzbruder Bismarck aus das gründlichste Überwürfen. Nach derAnsicht Bismarck's, der sich auf die reorganisierte konservative Partei zu stützengedachte, war diese Absicht aussichtslos, wenn im Schoße derselben Abgeordnetesaßen, welche die Bekämpfung seiner Person und seiner Politik offen auf ihreFahne geschrieben hatten. Helldorff führte bei der Konferenz das Wort in derheiklen Sache und erläuterte die Gründe, welche den Vorstand der Fraktion ver-anlaßt hatten, die Aufnahme der beiden Herren in dieselbe zuzulassen. Bismarckmachte erst sachliche Einwendungen, er wollte doch aber jeden Anschein vonKleinlichkeit vermeiden, und entließ die drei Herren gnädig. Die Offenheit Hell-dorff's hatte aber anscheinend den: Kanzler doch etwas peinlich berührt, wenigstenswurde der erstere, als er sich am 3. und 17. März 1877 auf den parlamentari-schen Soireen bei Bismarck befand, durch keine Ansprache ausgezeichnetst.

Gleichwie Herr von Helldorff war auch der Abgeordnete Gras Udo Stol-b erg st bemüht, eine fruchtbringende Verbindung zwischen Bismarck und derreorganisierten konservativen Partei herzustellen. Als Gras Stolberg znm Reichs-tag nach Berlin gekommen war, besprach derselbe alsbald das Programm derdeutsch-konservativen Partei mit dem Kanzler Punkt für Punkt. Bismarck wünschteeine Kräftigung derselben und bemerkte in Bezug ans sein Verhältnis zu der bis-herigen Majorität im Reichstag, er gieße getrübtes Wasser nicht aus, bevor erreines habe. Als Zielpunkt setzre Bismarck hin: In den großen politischen Fragenmüsse liberal vorgegangen werden, in den wirtschaftlichen unter Berücksichtigungder agrarischen Interessen. Mit diesem letzteren Postulats traf der Kanzler einenHerzenswunsch des Grasen Udo Stolberg, denn er ist es, der die Vereinigung

nahm er die Leitung derKreuzzeituug", legte dieselbe jedoch im Sommer 1876 nieder. DieHercmsgnbc der von ihm im Vereine mit Bimsen gegründeten christlich-konservativen Volks-zeitnngDer NeichSbote", welche in kurzer Zeit 7000 Abonnenten gewann, behielt er noch eineZeit lang, er beteiligte sich an der Bildung der Vereinigung derDeutschen Konservativen" undvertrat auch- die Kreuzzeitungs-Partei bei der am 7. Znni 1876 erfolgten Konstituierung der-selben in Frankfurt a. M. Kurz vorher erschien bei Pnttkammer und Mühlbrecht (Berlin 1876)seine Schrift:Konservative Position", welche ein ausführliches Parteiprogramm enthalt. Zndemselben Verlage 1872Konservative Partei und Ministerium" undDie Civilehe". Zn dem-selben Jahre bei A. Heinicke, Berlin,Ständische Gliederung und Kreis-Ordnung". Zn neuererZeit widmete Nathusius seine ganze Kraft der Herausgabe des konservativen Konversations-lexikons. Die Thätigkeit Bismarck's hat Nathusius daselbst in überaus sympathischer Weisebesprochen.

st Die reorganisierte konservative Partei entwickelte im Reichstag von 1877 eine lebhafteThätigkeit (Initiative in der Gewerbeordnnngsfrage).

st Graf zu Stolberg-Wernigerode, Udo, Oberprüsident der Provinz Preußen, Majorü, ln suite der Armee, Besitzer der Fideikommisse Kreppelhof in Schlesien und Dönhofstädt inOstpreußen sowie des Rittergutes Cammin in der Nenmark. Geboren am 4. Mürz 1840 zuBerlin; evangelisch. Als aktiver Militär die Feldzüge 1866 und 1870/71 mitgemacht, beiKöniggrätz verwundet, besuchte die Kriegsakademie, ist Landrat a. D., Mitgied des Herrenhauses,des Reichstags von 187781 und von 18841893.