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2 (1895) 1847 - 1879
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Funktionen, die ihnen zustehen, deren Bedeutung die praktischen Rheinländer wohlzu würdigen wüßten, beschränken st.

Die Anspielung des Fürsten auf Wühlereien des Mainzer Katholiken-Verein-Zbrachte das Gespräch auf den Kulturkampf. Durch Polizeimaßregeln bemerkteFürst Bismarck, dem Abgeordneten Seyffardt zustimmend lasse sich der Kirchen-konflikt nicht lösen.Eine solche Annahme wäre sehr kurzsichtig. Polizeimaßregelnkönnen nur den Zweck haben, dem Gesetze sofortige Achtung zu erzwingen st."

Die Schwierigkeiten, dem Staate zum Siege zu verhelfen, habe ich niemalsunterschätzt, im Gegenteil, ich fühle die ganze Schwere der übernommenen Auf-gabe. Nicht leichtsinnig bin ich in den Kampf eingetreten. Erst als ich michüberzeugt hatte, daß er ganz unabwendbar sei, zögerte ich nicht länger, den demStaate hingeworfenen Fehdehandschuh aufzunehmen. Zu der Überzeugung, daßetwas Positives geschehen müsse, hat nichts mehr beigetragen, als die unzweifel-hafte Wahrnehmung, daß in den polnischen Landesteilen die deutschen katholischenGeistlichen sich die Polonisierung der bäuerlichen Bevölkerung zur Aufgabe stellten.Leider wird die politische Bedeutung des Kampfes nicht in allen Ressorts derRegierung gleichmäßig gewürdigt. Ich komme täglich in den Fall, mich überdie Haltung meiner Herren Kollegen beklagen zu müssen. Es gewinnt viel zuhäufig den Anschein, als wenn es sich schließlich nur um die Lösung juristischerFragen handelt. Selbst Fällst vermag in dieser Beziehung nicht immer die

stDer Idee, die Kreisausschüsse analog den Vorschlägen für die Provinz Posen, nre voneinzelnen Seiten befürwortet wird, zur Halste ans gewählten, zur Hälfte aus ernannten Mit-gliedern znsammenzusetzen bemerkte Seyffardt kann ich unmöglich beitreten. Der Insti-tution würde dann das öffentliche Vertrauen ebenso fehlen wie den jetzigen veralteten Kreis-ständen. Was nun die von Durchlaucht erwähnte Befürchtung, die Kreisversammlnngen werd enan die Stelle der Verzweigungen des Mainzer Katholiken-VereinS treten, betrifft, so liegt wirklichkein Bedürfnis vor, die Thätigkeit des letzteren durch eine analoge zu ersetzen. Soweit dazu dieÖffentlichkeit erforderlich, leistet die kleine ultramontane Presse das Mögliche, und in Bezugans geheime Agitation bieten die zahllosen katholischen Vereine: Constantia, Gesellen-, Pius-,Borromäus-, Herz Jesn-Bereine, die z. B. in meinem Wohnort nach Dutzenden zählen, diefertige Organisation. Umgekehrt glaube ich, daß die Einführung der Kreis-Ordnung den Schwer-punkt der klerikalen Bestrebungen aus den Kreisen der jesuitisch erzogenen Geistlichkeit und hierund da der österreichisch gesinnten adeligen Herren in gewählte Körperschaften verlegen werde,die anfangs vielleicht nur in Bezug auf ihre wirtschaftlichen Funktionen, später aber überhauptmit sich sprechen lassen".

stSo würden also bemerkte Seyffardt die Kreisvertretuugen ihr Teil mit dazubeitragen, die katholische Bevölkerung zu einer verständigen Behandlung der Streitfragen zu er-ziehen. Darauf kommt es ja wesentlich an."

st Über Falk äußerte sich Fürst Bismarck unter vier Augen dahin: 1)r. Falk habe alsKultusminister dis Dinge mit großer juristischer Feinheit und Geschicklichkeit behandelt, aber ebennur mit juristischer, während ihm der politische Blick zuweilen gemangelt habe. Immerhin seies vr. Falk gewesen, der ihm, dem Reichskanzler, den Stuhl vor die Thür gesetzt, denn er selbsthabe bis zum letzten Augenblick nicht aufgehürt, dem Kollegen behilflich zur Seite zu stehen,wenn es sich darum handelte, bei dem Kaiser die Genehmigung zu einer Vorlage zu erlangen,was nicht immer leicht war. Diese Bemerkung war vorzugsweise dadurch provoziert, daßvon der andern Seite entgegeugehalten war, 1)r. Falk habe seiner Zeit über eine Abnahme derkollegialischen Hilfsbereitschaft des Kanzlers geklagt. Vcrgl. auch oben S. 168.