1874—1876
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so weiden die betreffenden Artikel unbedingt verworfen werden. Allein Bismarcklegt darauf großen Werths, und da müssen wir uns ans Stürme gefaßt machen.Bei dieser Sachlage ist es sehr zweifelhaft, ob wir bis Weihnachten, also in starkdrei Wochen fertig werden können. Möglich ist es immerhin noch; denn dieBudgetarbeiten schreiten rasch voran, und außer dem erwähnten Strafgesetz wirdkeine andere Vorlage besonders aushalten. Indessen sind noch weitere Vorlagenin Aussicht gestellt und die Dinge sind unberechenbar.
Berlin, den 2. December 1875.
Am nächsten Dienstag bin ich zum Kriegsminister von Kameke zum Dinergeladen.
In der Budgetkommission stehen wir heute vor einer neuen, zweifelhaftenMilitär-Forderung, wodurch für den Kriegsfall die Aufstellung von etwa150 weiteren Bataillons möglich werden soll. Die Herrn vom Kriegsministeriummalen uns die Heeresmassen, welche Frankreich für einen Kriegsfall durch seineneue Gesetzgebung vorbereitet, schaurig aus. Frankreich werde 7ftg Armeekorpsmehr ausstellen können als wir nach den bisherigen Einrichtungen, man könneaber Abhilfe schaffen, wenn wir die Kosten für die Kommandeurs jener weiterenBataillons bewilligen wollten. Alles Weitere würde sich schon finden. Bis jetztbin ich noch nicht gesonnen, Geld für neue Organisationen zu verwilligen. Wosoll das enden? Allein der Entschluß ist mir nicht leicht.
Morgen ist die erste Berathnng der sog. Strafgesetznovelle. Nach den in dernationalliberalen Fraktion einstimmig gefaßten Beschlüssen wird dieselbe mit denanderen liberalen Parteien gegen die freiheitswidrigen Artikel entschieden Frontmachen. Die Herren von der Volkspartei trauen uns dies nicht zu. Alan wirdaber sehen, daß wir eine wahrhaft freisinnige Partei sind ft. Ob wohl Bismarckden Rückzug autritt? Dies ist die vielfach erörterte Frage. Morgen werden wirsehen.
Ich habe noch immer die Absicht, Weihnachten mit Sack und Pack heimzu-gehen und nach Neujahr nur noch zu kurzem Aufenthalt hierher zu kommen.Wenn freilich entscheidende Fragen Vorkommen, darf ich nicht fehlen.
Berlin, den 8. Dezember 1875.
In ein paar Tagen wird die Budgetkommission mit ihren Arbeiten fertigsein. Alsdann werden aber auch die Abendsitzuugen des Reichstags beginnen.Wenn dieselben dazu dienen, vor Weihnachten mit uuserm Pensum fertig zu
p „Es ist das vielleicht einer von den Würmern, die nicht sterben!" — bemerkte derselbe.„Ich sehe in dieser Diskussivn den Beginn einer Revision, die sich vielleicht auf mehrereGesetzgebungsperioden erstrecken wird."
2) Lasker beherrschte diesmal noch die große Mehrheit des Reichstags. In seiner2^2 ständigen Rede vom 3. Dezember 1875, bei der ersten Lesung der Vorlage, hatte er dieseantisozialdemokratischen Paragraphen des Entwurfes „Kautschukparagraphen" genannt und siewegen ihrer Dehnbarkeit, welche dem persönlichen Belieben und Empfinden des Richters allesüberlasse, für unannehmbar erklärt.
Poschi» ger, Fürst Biömarck u. die P-rlamentarier. II.
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