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1 (1897)
Entstehung
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nur mehr oder weniger durch die Travestirung, sondern äqui-librirt sich so zu sagen damit, kann jedenfalls sich nicht mehr mitihrem vollen Werthe anschaulich geltend machen. Wo nun derZweck ein so unbedeutender ist, dass wir dem ästhetischen An-spruch auf seine reine Geltendmachung in der Erscheinung nichtviel Gewicht beilegen, kann der Reiz der Travestirung in Ver-bindung namentlich mit einem Interesse oder Reize der Formselbst, welche der Gegenstand dadurch empfängt, leicht jenenNachtheil überwiegen, und wird man solche Spielerei gestattenkönnen. Wogegen es ganz geschmacklos sein würde, Gegenständevon wichtigerer Zweckbedeutung in ähnlicher Weise zu travesti-ren. Jemand hat z. B. den Vorschlag gemacht, die Locomotiven,die freilich nicht den wohlgefälligen Eindruck eines auf dem Was-ser sich bewegenden Schwans machen, ästhetisch dadurch zuheben, dass man sie mit einem Mantel in Gestalt eines Schwansumgiebt. Aber nicht nur, dass man dadurch das Spiel dersel-ben, was uns in seiner Weise mindestens eben so interessirt alsdas Schwimmen des Schwans, versteckt, widerspricht es auchunsrer Vorstellung, dass ein Schwan auf dem Lande fortrutscht,oder dass eine Locomotive wie ein Schwan schwimmt, und dieseWidersprüche sind zu ernsthaft, als dass sie durch den Reiz derTravestirung sammt dem Reize, den die Gestalt des Schwansan sich vor der Locomotive voraus haben mag, gut gemacht wer-den könnten.

Der Umstand, dass bei der Spielerei mit Travestirung kleinerZweckeinrichtungen das Gefallen mindestens eben so sehr durchdie zierliche oder sonst interessirende Gestaltung, welche der Ein-richtung dadurch aufgedrückt wird, als den Reiz der Travestirungbestimmt zu werden pflegt, in Verbindung mit dem angegebenenConflicte mag Ursache sein, dass doch nicht leicht der Eindruckder Lächerlichkeit dadurch entsteht, selbst wenn die Travestirungeinen dem Zweck sehr fremdartigen Charakter hat. Das Lächer-liche kann aber dadurch in die bildende Kunst eintreten, dasslächerliche Verhältnisse oder Begegnisse des Lebens oder starkeUebertreibungen (in Carricaturen) durch sie darstellbar sind.

So stellt z. B. ein Bildchen von Biard*j in lächerlicher Weise den Em-pfang dar, der einen Reisenden beim Aussteigen aus einem Rheindampfsclnil'e

*, Besprochen im liunstbl. 1814. No. SS.