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1 (1897)
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den, als mit jener obersten Bedingung vereinbar ist, und es könnenin dieser Hinsicht gewisse Formen, gewisse Biegungen vortheil-hafter sein als andre. Da nun das, hiebei hauptsächlich in Be-tracht kommende, Princip der einheitlichen Verknüpfung des Man-nichfaltigen an sich einer hinreichenden Bestimmtheit ermangelt,und hier überdiess nur in Mitbestimmtheit durch den, bei jedemandern Gefässe anders modilicirten, Zweck in Betracht kommendarf, so möchte zur Ermittelung des mehr oder minder Vortheil-haften in diesem Gebiete, wozu in der That kein Apriorismus aus-reicht, das ästhetische Experiment mit Nutzen zuzuziehen sein.Bei den Versuchen nach der Methode der Wahl mit 10, ihremSeitenverhältniss nach variirten, Rechtecken wurde zufolge derTabelle S. 195 eins in gewissem Verhältnisse öfter als jedes andrevorgezogen. Setzen wir statt dessen, dass ein Künstler 10, ausirgend einem Gesichtspuncte variirte, Modelle eines Bechers ver-fertigte, und darauf die Methode der Wahl in entsprechenderWeise anwendete, so würde er darauf rechnen können, die amhäufigsten vorgezogene Becherform auch am häufigsten zu verkau-fen, und damit zugleich vielleicht manchen theoretischen Betrach-tungen einen nützlichen Anhalt zu geben. Der Gesichtspuncte,aus welchen die Form eines Bechers variirt werden kann, sindfreilich viel mehr, als welchen die Seitenverhältnisse eines Recht-eckes unterliegen; aber nachdem eine gewisse Hauptform für dieBecher zu gegebenem Gebrauche schon festzustehen pflegt, wirdsich hiemit die Variation der Gesichtspuncte, welche für die Ab-änderung noch übrig bleiben, von selbst beschränken.

Wie leicht zu erachten, lassen sich die vorigen Bemerkungen vom Becherauf jeden Gegenstand der Kunstindustrie übertragen. Dnd zwar würde esder Künstler bei Anwendung der Methode der Wahl auf einen solchen über-haupt leichter haben, als ich es bei meinen privaten Versuchen mit den sozu-sagen abstracten Rechtecken gehabt, weil er nur alle Kunden, die überhauptetwas bei ihm kaufen, bei dieser Gelegenheit zum Experiment in betreffenderBeziehung zuzuziehen brauchte, also keinen Mangel an Versuclissubjectenhätte, und die Vorzugswahl zwischen concreten Gegenständen von bestimm-ter Anwendung leichter fällt als zwischen einfachen Formen mit Abstractionvon solcher. Zugleich würde er damit den praktischen Vortheil erreichen,die zusagendste Form gerade für den Geschmack derer, welche sein Kunden-publicum bilden, kennen zu lernen. Ob ihm freilich nicht Seitens seinerCollegen eben solches Nasenrümpfen begegnen würde, als mir Seitens meinerästhetischen Collegen in Sachen der ästhetischen Experimente begegnet ist,dafür möchte ich nicht stehen.